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Lindenberg-Likörell für Hannah-Stiftung
Harald Koep ersteigerte das Likörell „Hinterm Horizont geht´s weiter" von Udo Lindenberg. Er möchte das Gemälde bei Ebay weiterversteigern. Der Erlös soll dann der „Hannah-Stiftung gegen sexuelle Gewalt“ zur Verfügung gestellt werden.
Harald Koep strahlte zufrieden. Für 1900 € hat er am Samstagabend das Likörell „Hinterm Horizont geht´s weiter” von Udo Lindenberg ersteigert. Koep, von der Firma Clemens und Partner aus Elsdorf bei Bergheim, will das Gemälde ab Mitte August, anlässlich des zweiten Jahresgedächtnis der im August 2007 ermordetet 14-jährigen Hannah, bei Ebay weiter versteigern. Der Gesamterlös soll dann der „Hannah-Stiftung gegen sexuelle Gewalt“ zur Verfügung gestellt werden. Der geschätzte Sammlerwert des (unter anderem mit Eierlikör) gemalten Likörells liegt bei mehr als 5.000 €.
Das jedenfalls vermutet Roman Wagner, Vorsitzender der Bonner Karnevalsgesellschaft Wiesse Müüs. Die KG war es, die die Idee für diesen besonderen Abend hatte. Denn um den Kapitalstock der Hannah-Stiftung aufzustocken, hatten die Wiesse Müüs zur Versteigerung in ihr Vereinsdomizil nach Hersel eingeladen, zu der mehr als 180 Menschen kamen. Mit dabei war auch Volker Wiedeck, der Vater des im August 2007 ermordeten Mädchens Hannah. Damit aus diesem Grauen etwas Positives wächst, hat er die Hannah Stiftung gegründet (die Rundschau berichtete). Unterstützt wurde und wird er dabei von der Biker-Staffel der Bundespolizei Sankt Augustin; der Präsident der Bundespolizei, Jürgen Bischof, übernahm die Schirmherrschaft über diese besondere Auktion. Die Bundespolizei stellte unter anderem auch ein handsigniertes Bild der erfolgreichen Bundespolizei-Wintersportler der Session 2008 / 09, Unterschriften der Deutschen Biathlon-Nationalmannschaft 2005 von den Weltmeisterschaften in Hochfilzen sowie ein handsigniertes Original-Trikot der Deutschen Polizeinationalmannschaft im Volleyball für die Versteigerung zur Verfügung. Darüber hinaus gab es ein handsigniertes und gerahmtes Poster der Kölschen Rockband BAP zu ersteigern, originale Schlagstöcke von der kölschen Rockband Brings, Fußbälle von Schalke und Werder Bremen und eben das Likörell von Udo Lindenberg.
Rainer Nallinger, ein Freund der Familie Wiedeck und Unterstützer der Stiftung, hatte das Management von Udo Lindenberg angeschrieben. Die Antwort mit der Anfrage nach dem Titel des Bildes sei dann binnen weniger Tage gekommen. Und weil der Titel „Hinterm Horizont geht’s weiter“ zur Stiftung passt, fiel diese Entscheidung leicht. „Eine Woche später war das Bild da”, erzählte Volker Wiedeck.
Er war froh über das große Interesse. „Diese Resonanz reißt Gott sei Dank nicht ab”, sagte er der Rundschau. Schließlich sei ja genau das auch sein Anliegen. Er will, dass das Thema in der Öffentlichkeit bleibt. „Denn es gibt Maßnahmen, etwas gegen Sexualtäter zu tun”, sagte er. Vor der Versteigerung betrug das Stiftungskapital bereits 120.000 €. Die jährlichen Zinsen werden im Sinne der Stiftung ausgegeben. Die ersten Projekte sind jetzt gestartet, etwa am Samstag in Bonn-Kessenich in der St. Nikolausschule, wo Grundschüler nun in ihrer Wahrnehmung gestärkt werden, um auch mal „Nein!“ zu sagen. Zudem wird heute im Tannenbusch-Gymnasium ein SOS-Seelsorgeraum eröffnet, in dem Kinder und Jugendliche Hilfe erfahren bei kleinen, aber auch bei ganz großen Problemen.
Bei der Versteigerung in Hersel gelang es den WDR-Moderatoren Ralf Henscheidt und Mathias Budzinski, mit Witz und Humor das Publikum zu ermuntern und so die Preise im Sinne der Stiftung gewaltig in die Höhe zu treiben. So konnten sich die Initiatoren am Ende über 4482,42 € freuen. (22/06/09; Quelle: Kölnische Rundschau)



