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Akteure & Konzepte

Projekte & Programme

Nachhaltiger Tourismus stärkt Umwelt und Regionen

"Mittlerweile achten mehr Reisende und Touristikunternehmen auf ökologische und soziale Zusammenhänge“, meint Ulrich Witte, Abteilungsleiter für Umweltkommunikation bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die DBU fördert vielfältige internationale Projekte – Schwerpunkt bilden dabei Mittel- und Südosteuropa.

Nachhaltiger Tourismus sei wichtig für den Natur- und Umweltschutz und stärke die Entwicklung der Urlaubsregionen. “Im Gegensatz zu Deutschland steckt die Entwicklung in den Balkanländern teilweise noch in den Kinderschuhen“, sagt Claudia Domel, DBU-Sonderbeauftragte für Mittel- und Osteuropa. So auch beim Naturpark Belasitsa, der sich im Grenzgebirge zwischen Bulgarien, Mazedonien und Griechenland befindet und durch vielfältige Naturwälder und die größten zusammenhängenden Esskastanienwälder der Balkanhalbinsel auszeichne. Durch ein trinationales DBU-Projekt zwischen Bulgarien, Mazedonien und Griechenland solle das Belasitsa-Gebirge mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt in eine nachhaltige Regionalentwicklung einbezogen und der Naturtourismus gefördert werden.

In Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen, Schutzgebietsverwaltungen und der Stiftung Europäisches Naturerbe entwickelten Pensionen, Restaurants und Naturparks konkrete Angebote für Touristen. Auf dem Programm stünden etwa das Erarbeiten einer dreisprachigen Image-Broschüre, einer Internetseite und Informationstafeln für Wanderwege. Zudem entwickelten Jugendliche und Studenten in Austauschprogrammen mit ihren Nachbarländern weitere naturtouristische Konzepte. Die Ergebnisse würden Reiseveranstaltern aus allen drei Ländern präsentiert, damit sie den Naturpark als Reiseziel in ihr Programm aufnehmen.

Geringes Umweltbewusstsein und eine mangelnde Qualifizierung der Akteure stünden auch der europäischen und globalen Bedeutung der Ohrid-Region in Mazedonien als UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe und Schnittpunkt des Grünen Bandes Europa entgegen, so Domel. Das solle mit einem deutsch-mazedonischen Trainings- und Netzwerkprogramm für Reiseanbieter, Hotels, Verbände, NGOs und Dozenten der Fakultät für Tourismus Ohrid der mazedonischen Universität Bitola geändert werden. Dazu entwickelten zunächst zehn lokale Akteure ein Trainingsprogramm etwa zu “Tourismus in Schutzgebieten” oder “Umwelt- und Qualitätsmanagement” mit einem Handbuch in Englisch und Mazedonisch.

Im Sinne eines Schneeball-Systems sollten sie bis zu 260 Studierende der Universität Ohrid schulen und ebenso zahlreiche Kooperationspartner in der Region und den benachbarten Balkanländern qualifizieren, die dann ebenfalls ihr Wissen weitergeben. Um auch den Know-how-Transfer in Deutschland zu fördern, finde ein Teil des Programms in der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt.

Bisher hat die DBU über alle inhaltlichen Themenfelder insgesamt 457 internationale Projekte mit rund 53 Mio. € gefördert.

(5.3.2014 | Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)

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