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Naturprojekt wird von Stiftung finanziert

Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, die bereits mit erheblichen Mitteln den Aufbau des Naturparkes Insel Usedom und dessen Besucherzentrum finanziert hat, will sich für ein weiteres Projekt in der Ferienregion stark machen. Das bekräftigte gestern Stiftungsvertreter Prof. Burkhard Huch bei einem Besuch auf Usedom. Naturpark und Stiftung haben als Projekt die Renaturierung der Zerninseesenke an der B 110 in Richtung Grenzübergang Garz ins Auge gefasst.

Kranich in der Zerninseesenke / Foto: Naturpark Usedom

Vorgesehen sei, die Moorflächen ganzjährig nass zu halten, um den Lebensraum für seltene Vögel zu verbessern beziehungsweise zu schaffen, erläuterte Wigger und wies darauf hin, dass es mit der Festsetzung des Naturschutzgebietes vor 15 Jahren ohnehin nicht mehr gestattet sei, die Wasserstände in der Zerninseesenke aktiv abzusenken.

Man wolle sich mit diesem Vorhaben für ein praktisches Naturschutzprojekt engagieren, machte indes Huch deutlich und verwies darauf, dass die Stiftung auch in anderen Bundesländern bereits Renaturierungsmaßnahmen finanziert hat.

Die Zusage, das auch im Fall der Zerninseesenke zu tun, sei nicht zeitlich begrenzt – das Projekt könne im nächsten oder übernächsten Jahr oder auch erst in zehn Jahren umgesetzt werden. Der Stiftung sei es allerdings wichtig, nichts gegen den Willen der Landeigentümer zu unternehmen.

Während in den kommenden Wochen zunächst Untersuchungen zur Zerninseesenke ausgewertet werden, um daraus Schlüsse auf die Möglichkeiten der Bodenverbesserung und eines erhöhten Grundwasserstandes zu ziehen, sollen die Belange der Flächennutzer in einem wasserrechtlichen Verfahren berücksichtigt werden, kündigte Ulf Wigger an. Denn obwohl die Bewirtschaftung des 365 Hektar großen Areals prinzipiell auch nach der Renaturierung fortgesetzt werden soll, so werde es doch Bereiche geben, in denen das nicht möglich sein werde, sagte Wigger. Die Eigentümer dieser Flächen müssten dann entschädigt werden, was aber Sache des Landes sei. Nach dem Abschluss des wasserrechtlichen Verfahrens werde man die konkreten Maßnahmen festlegen, mit deren Hilfe der Wasserstand ganzjährig gehalten werden kann und die dann von der Stiftung finanziert werden.

Die Experten gehen davon aus, dass das Naturschutzgebiet Zerninseesenke nach der Umsetzung des Projektes verstärkt von Kranichen, Seeadlern und Gänsen als Lebensraum genutzt wird. Zudem hoffe man, dass seltene Vogelarten wie der Wachtelkönig und die Große Rohrdommel, die dort in nassen Jahren bereits gesichtet wurden, in diesem Refugium heimisch werden, sagte Wigger. (13/09/10; Quelle: Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung)

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