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NETZ Bangladesch: Gegen Hunger und Gewalt

Das Engagement für Menschenrechte in Bangladesch zeigt Erfolge: "Die Fälle von Kinder-Ehen sind in unseren Projektgebieten um 15 Prozent zurückgegangen, die Gewalt gegen Frauen um 30 Prozent", erklärte Peter Dietzel, Geschäftsführer von NETZ Bangladesch bei der Veröffentlichung des Jahresberichts 2014.

Die Entwicklungsorganisation ist spezialisiert auf die Zusammenarbeit mit Menschen in extremer Armut sowie Opfern von Gewalt und Diskriminierung in Bangladesch. Vor Ort arbeitet NETZ mit führenden Menschenrechtsorganisationen zusammen, insbesondere um Frauen zu schützen und ihre Rechte zu stärken.

Geschäftsführer Dietzel machte deutlich, dass die Arbeit des vergangenen Jahres die Situation vieler Frauen in Bangladesch verbessert habe. Laut Vereinten Nationen werden ein Drittel der Mädchen im Land vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Dietzel besucht regelmäßig die Projekte: “Wir finden uns nicht damit ab, dass Mädchen teilweise schon mit 13 Jahren die Schule abbrechen müssen, um zu heiraten. Es gibt zu viel häusliche Gewalt gegen Frauen. Und häufig erhalten Witwen aufgrund von Korruption ihre kleine Rente nicht.” Insbesondere auf dem Land sei das verbreitet.

Um Betroffene zu schützen, hat NETZ gemeinsam mit lokalen Menschenrechtlern ein spezielles Programm entwickelt. Dieses schult 5.000 Aktivisten in den Dörfern. Sie schreiten ein, wenn ein minderjähriges Mädchen verheiratet werden soll, eine Frau geschlagen wird oder arme Menschen betrogen werden. Laut Bericht des Vereins wurden vergangenes Jahr 2.293 solcher Fälle aufgenommen, damit Betroffene die Rechte erhalten, die ihnen zustehen.


Purnima und Naresh mit den Söhnen Susanto und Proshanto sowie Peter Dietzel in ihrem Reisfeld
Foto: NETZ Bangladesch

Darüber hinaus unterstützt NETZ durch das Projekt “Ein Leben lang genug Reis” 50.000 Familien im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Mit spendenfinanzierten Starthilfen bauen sich die Menschen Existenzen auf: Sie ziehen Vieh groß, verkaufen es, züchten Gemüse und schaffen so selbstständig den Weg aus der Armut. Bereits 150.000 Menschen haben nun dauerhaft drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Im Jahr 2014 nahm die Organisation 4.770 Familien neu in das Entwicklungsprogramm auf. Dietzel: “Armut ist von uns Menschen gemacht und kann von uns Menschen beseitigt werden. Wir sehen, dass es geht.”

Insgesamt 3,2 Mio. € hat NETZ vergangenes Jahr für die Arbeit in Bangladesch eingesetzt. Dazu zählt auch ein drittes Programm, durch das 35 000 Kinder in Bangladesch Zugang zu Grundschulbildung haben. Unterstützer deutschlandweit ermöglichen die Arbeit der Organisation durch Spenden, ehrenamtliches Engagement und Solidaritätsaktionen. NETZ ist seit 25 Jahren tätig und wurde 2015 mit dem Prüfsiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen DZI für einen sorgsamen Umgang mit Spenden ausgezeichnet.

(31.7.2015 | Quelle: NETZ Bangladesch)

Website von NETZ Bangladesch

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