Akteure & Konzepte
Projekte & Programme
Neue Aktion gestartet - Soziale Netzwerke gegen Nazis
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat am Montag in Berlin die Aktion "Soziale Netzwerke gegen Nazis" vorgestellt. Ziel der Kampagne ist es, in den teilnehmenden Sozialen Netzwerken gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorzugehen. Initiiert wurde die Kampagne von der Amadeu Antonio Stiftung, die das Informationsportal netz-gegen-nazis.de betreibt, sowie der Wochenzeitung "Die Zeit".

Podium v.l.n.r.: Alexander Lehmann, Karin Rothgänger, Dr. Ralf Bremer, Joel Berger, Sven Markschläger, Meike Michels ( Foto: Stiftung)
Die Nutzer der teilnehmenden Plattformen sollen durch die Aktion ermutigt werden, rechte Inhalte zu melden. Die Betreiber der Sozialen Netzwerke wurden von der Verbraucherschutzministerin dazu aufgerufen, ihr “Hausrecht” zu nutzen und rechtsextreme Nutzer auszusperren. “Verfassungsfeinde – rechts wie links – sollten auf diesen Plattformen keinen Platz haben”, so Aigner.
Die Ministerin wies darauf hin, dass Rechtsradikale verstärkt soziale Netzwerke nutzen: “Sie suchen Gefolgschaft, werben für ihre Gesinnung und verbreiten Propaganda.” Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, verwies auf zahlreiche Beispiele von rechtsextremen Aktivitäten im Netz. So betreibe die NPD eine Facebook-Seite unter dem Titel “Die soziale Heimatpartei”. Andere seien auch in anderen Sozialen Netzwerken aktiv oder veröffentlichen rechtsradikale Videos auf Plattformen wie YouTube.
An der Aktion nehmen 20 größere und kleine Soziale Netzwerke in Deutschland teil. Dabei handelt es sich um Bendecho.com, Clipfish.de, Ednetz.de, Fudder.de, Jappy.de, Kicker.de, knuddels.de, KWICK.de, MeineLeute.de, Spion-Netzwerk, MySpace.com, MyVideo.de, Schueler.cc, Spin.de, Stayfriends.de, Studentum.de, SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ, Webcity.de, wer-kennt-wen und Youtube.
Nicht dabei ist das weltgrößte Soziale Netzwerk, Facebook. Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung bemühte sich bis zuletzt darum, Facebook mit an Bord zu holen. Das sei aber an organisatorischen Problemen gescheitert. “Meiner Meinung nach ist Facebook in Deutschland einfach noch nicht gut genug aufgestellt. Ich bedauere, dass Facebook nicht an der Aktion teilnimmt”, erklärte Rafael gegenüber tagesschau.de. (12/10/10; Quelle: tagesschau.de, Amadeu Antonio Stiftung)



