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Neues Forschungsprogramm: Soziologie und Politik des Wissenschaftssystems

Am Forum Internationale Wissenschaft (FIW) der Universität Bonn ist das Programm angesiedelt. Die Stiftung Mercator hat es mit initiiert und fördert es mit 1,3 Mio. €.

Finanziert werden dazu eine Stiftungsprofessur “Wissenschaftsforschung und Politik” für fünf Jahre sowie eine Nachwuchsforschergruppe. Ziel des Forschungsprogramms ist es, neue Perspektiven auf die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu eröffnen.

Untersucht werden soll einerseits die Resonanz, die verschiedene gesellschaftliche Teilbereiche im Wissenschaftssystem erzeugen, andererseits die daraus resultierenden Handlungsformen der Wissenschaft:

  • Wie reagiert die Wissenschaft auf Leistungserwartungen, die zum Beispiel von der Politik, der Wirtschaft, dem Erziehungssystem oder dem Gesundheitssystem formuliert werden?
  • Welche Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass gesellschaftliche Probleme als wissenschaftliche Forschungsfragen verstanden werden und in der Folge wissenschaftliche Disziplinen sich dieser Probleme annehmen?
  • Welchen Einfluss können diese Ergebnisse auf außerwissenschaftliche Institutionen haben, die sich der Bearbeitung und Lösung gesellschaftlicher Probleme widmen?
    Schließlich soll untersucht werden, inwieweit es greifbare Unterschiede in verschiedenen Weltregionen bezüglich der Interaktionskonstellationen der Wissenschaft und ihrer Umwelt gibt und worauf diese beruhen.

“Das ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau eines Zentrums für sozialwissenschaftliche Wissenschaftsforschung am FIW“, betont der Rektor der Universität, Professor Jürgen Fohrmann. Begleitet wird der Aufbau des Zentrums für Wissenschaftsforschung am FIW durch dessen Direktor, Professor Rudolf Stichweh. “Wir schaffen einen Ort, der die Geschichte und gegenwärtige Dynamik der Wissenschaft und der Universitäten mit den methodischen und theoretischen Mitteln der Sozialwissenschaften beobachtet”, erläutert er.

“Wissenschaftliche Erkenntnisse werden immer wichtiger für die Kommunikation und die Lösung gesellschaftspolitischer Probleme. Weil Wissenschaft aber unabhängig ist, kommt es darauf an, das wechselseitige Wirkungsverhältnis der Wissenschaft mit der Gesellschaft und der Politik besser zu verstehen, sowohl im Sinne eines Grundlagenwissens als auch im Sinne eines anwendbaren Wissens”, erläutert Dr. Wolfgang Rohe, Leiter des Kompetenzzentrums Wissenschaft der Stiftung Mercator, die Motivation der Stiftung zur Förderung des Programms.

(19.8.2013 | Quelle: Universität Bonn)

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