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Offenes Ohr und aktive Hilfe für ältere Menschen
Immer mehr ältere Menschen leben heute allein und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden. Das Berliner Seniorentelefon hilft ihnen dabei, und sorgt zugleich dafür, dass sich die Anrufer weniger einsam fühlen – ein bundesweit einmaliges Projekt. Die Bayer-Stiftung unterstützt die Initiative des Humanistischen Verbandes Deutschlands und trägt dazu bei, dass künftig auch Pensionäre aus Brandenburg das Angebot nutzen können.

Klaus Wendlandt (l.), Teamleiter Berliner Seniorentelefon, mit Thimo V. Schmitt-Lord, Vorstand der Bayer-Stiftung, an seinem "Arbeitsplatz". / Foto: Bayer Cares Foundation
16 ehrenamtliche Mitarbeiter – meist selbst im Rentenalter – sorgen dafür, dass das Beratungstelefon jeden Montag und Mittwoch von 12 bis 14 Uhr sowie jeden Freitag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr besetzt ist. Einer von ihnen ist Klaus Wendlandt. Nach seiner Pensionierung 2004 war der ehemalige Diplom-Kaufmann auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe. Im Internet wurde er auf das Berliner Seniorentelefon aufmerksam und stellte fest, dass dieses Projekt einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass Berliner Senioren länger zufrieden in ihrer gewohnten Umgebung leben können.
„Viele Anrufer haben keine Angehörigen in Berlin, fühlen sich allein und haben Probleme, zum Beispiel mit Behörden. Wir hören nicht nur zu und spenden Trost, sondern vermitteln auch Hilfe im jeweiligen Kiez“, erläutert der 73-Jährige das Konzept. Dafür hat das Seniorentelefon in den vergangenen 18 Jahren ein umfangreiches Netzwerk an Vereinen, Hilfsorganisationen, sozialen Einrichtungen, Trauergruppen und Pflegediensten sowie Kontakte zu Behörden aufgebaut.
„Wir geben den Anstoß, unsere Netzwerkpartner helfen dann vor Ort in den einzelnen Stadtbezirken. Sie suchen zum Beispiel eine seniorengerechte Wohnung oder schicken jemanden vorbei, der beim Ausfüllen von Anträgen hilft. Die meisten von uns vermittelten Hilfen sind kostenlos oder werden von der Pflegekasse übernommen“, so Klaus Wendlandt. „Jeder erhält bei uns die Auskünfte, die er braucht – und findet ein offenes Ohr für seine Sorgen.“
Auch Angehörigen steht das Seniorentelefon mit Rat und Tat zur Seite, die Mitarbeiter geben beispielsweise Auskunft zur Beantragung einer Pflegestufe oder informieren darüber, welche Tagespflege- oder Freizeitangebote es in der Umgebung gibt.
500 Anrufe kommen jährlich aus Berlin, seit Kurzem melden sich aber auch immer mehr Senioren aus Brandenburg, denn dank der Bayer-Förderung können nun auch ältere Menschen aus diesem Bundesland beraten werden. Die Datenbank wurde entsprechend ausgebaut, die Mitarbeiter geschult, entsprechende Info-Flyer und Plakate sind im Druck.
„Unsere Beratung erfolgt natürlich anonym, vertraulich und steht allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Konfession, offen“, erklärt Klaus Wendlandt. Das Beratungstelefon ist unter der Nummer (030) 27 96 444 zu erreichen. Neue ehrenamtliche Mitarbeiter sind jederzeit herzlich willkommen. (07/11/11; Quelle: Bayer Cares Foundation)



