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Patientenschützer fordern Verbot organisierter Selbsttötungsangebote

Die Suizidbeihilfe muss grundsätzlich straffrei bleiben, fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Nur organisierte Suizidangebote sollten verboten werden, heißt es in einer Stellungnahme für den Rechtsausschuss des Bundestages.

Es dürfe nicht mehr als nötig gesetzlich geregelt werden, so die Patientenschützer, deren Stellungnahme an alle Bundestagsabgeordneten ging. “Die Suizidbeihilfe ist seit 140 Jahren straffrei. Das hat sich bewährt”, so Stiftungsvorstand Eugen Brysch. “Wenn ein naher Verwandter seinem Angehörigen aus Gewissensgründen beim Suizid hilft, müssen dies Staat und Gesellschaft akzeptieren.” Eine solidarische Gesellschaft müsse jedoch eingreifen, wenn der Suizid eines Menschen organisiert gefördert werde. Solche Fälle geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe gebe es seit Jahren. “Der Tod aus den Gelben Seiten drängt Menschen zum Suizid – besonders Depressive, Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Lebenssatte. Die Sogwirkung wird zunehmen. Daher muss der Bundestag diese geschäftsmäßige Suizidbeihilfe unter Strafe stellen”, fordert Brysch.

Die Patientenschützer empfehlen den Gesetzentwurf der Abgeordneten Brand/Griese/Vogler. Das Modell unterbinde geschäftsmäßige Suizidbeihilfe – ohne nahestehende Personen zu kriminalisieren. Auch schaffe der Entwurf kein Sonderrecht für Ärzte. “Wir brauchen keine Fachärzte für Suizidbeihilfe”, so Brysch. Deshalb lehnen die Patientenschützer den Vorschlag der Gruppe um Peter Hintze ab. Der Staat dürfe die Suizidbeihilfe nicht zu einer ärztlichen Dienstleistung machen

“Organisierte Tötungsangebote schaffen sich ihre Nachfrage”, so Brysch. Dies zeige sich in der Schweiz, in Belgien und den Niederlanden. Gäbe es in Deutschland ähnliche Angebote, könnte die Zahl der organisierten Tötungen auf bis zu 23.000 jährlich ansteigen.

(23.9.2015 | Quelle: Deutsche Stiftung Patientenschutz)

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