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Per Internet vom Klassenzimmer direkt ins All
Mathematik, Physik, Informatik: Für viele Schüler stehen sie ganz oben auf der Liste der unbeliebten Fächer. "Alles so trocken und theoretisch", sagen sie, "und man kann nie anwenden, was man da lernt!" Sie dürfen gespannt sein auf das Programm "Astronomie und Internet, das die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung kürzlich der Öffentlichkeit vorstellte. Damit können Schüler erstmals vom schuleigenen Internetarbeitsplatz aus zwei große robotisch gesteuerte Teleskope in den USA und Südafrika bedienen und die Ergebnisse ihrer Weltraumbeobachtungen im Unterricht auswerten.
Wie “Astronomie und Internet” funktioniert, zeigten heute auf Einladung der Stiftung Schülerinnen und Schüler aus Essener Schulen im Alfried Krupp-Schulmedienzentrum Essen. Sie führten vor, wie man von jedem Schul-PC aus ein professionelles, auch für die Forschung eingesetztes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 1,2 Metern steuert, Himmelsbeobachtungen durchführt, die Aufnahmen aus dem All für weitere Analysen bearbeitet und die Bilder von Galaxien und Asteroiden wissenschaftlich auswertet.
Die Schüler wurden unterstützt von ihren Lehrern, von Professor Dr. Stefan Dreizler und Dr. Frederic V. Hessman vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen sowie von Professor Dr. Udo Backhaus, Universität Duisburg-Essen. Die Göttinger Wissenschaftler haben das Konzept entwickelt und mit Fördermitteln der Stiftung in Höhe von knapp 1,4 Mio. € umgesetzt. Die Schulung der Lehrer, ein wesentlicher Bestandteil des Programms, liegt für das Ruhrgebiet in Händen des Essener Physikdidaktikers Backhaus.
Der Großteil der Fördermittel wurde für die Errichtung der zwei robotischen Teleskope aufgewendet. Eines der Teleskope wurde im McDonald Observatory der University of Texas at Austin errichtet. Es steht auf dem Mount Locke in den Davis Mountains im Westen des US-Bundesstaates Texas und deckt astronomische Beobachtungen über der Nordhalbkugel der Erde ab. Das zweite Teleskop, mit dem Beobachtungen der südlichen Hemisphäre möglich sind, wurde vor wenigen Tagen in Sutherland (Südafrika) seiner Bestimmung übergeben und wird zusammen mit dem South African Astronomical Observatory in Kapstadt betrieben. Die Geräte, die in einem hochspezialisierten Unternehmen in Neusäß-Vogelsang nahe Augsburg entwickelt wurden, genügen allerhöchsten wissenschaftlichen Ansprüchen und stehen auch der Universität Göttingen für Forschung und Lehre zur Verfügung. (23/09/08)



