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Possehl-Stiftung unterstützt Waterfront-Gegner in Lübeck
Der Priwall ist eine etwa drei Kilometer lange Halbinsel an der Travemündung im Osten Schleswig-Holsteins. Er gehört seit 1226 zum Ortsteil Travemünde der Hansestadt Lübeck. Der Priwall ist vor allem im Sommer sehr frequentiert, weil hier breite Sandstrände zum Bad in der Lübecker Bucht einladen, die in Richtung Mecklenburg immer naturbelassener werden. Ende 2007 wurde eine sieben Hektar große Teilfläche des Priwalls an die Waterfront-AG verkauft. die entlang der Wasserlinie Hotels und Wohnhäuser bauen will.

Foto: BiP
“Unterstützt werden damit sowohl das bürgerschaftliche Engagement vieler Priwaller, als auch die Erarbeitung eines für die Halbinsel passenden Entwicklungskonzepts”, erklärt Eckhard Erdmann, Vorsitzender der BiP. Dieses Konzept wird die BiP gemeinsam mit vielen Fachleuten in den nächsten Monaten vorbereiten und etwa Ende des Jahres öffentlich vorstellen. “Wir freuen uns außerordentlich über diese großartige Unterstützung und werden das Geld, ganz im Sinne des Stifters, zum Wohle der Hansestadt verwenden”.
Die Klausurtagung zum Umsetzungskonzept findet am 9. Oktober im Haus der Naturfreunde statt. Bei dieser Tagung soll herausgefunden werden, welche Bedingungen ein modernes städtebauliches Konzept für den Priwall, unter den Prämissen Nachhaltigkeit und Ökologie, erfüllen muss. Darüber hinaus soll auch ein Rahmen für deren Finanzierungsmöglichkeit abgesteckt werden.
Im Laufe des Oktobers und Novembers wird die BiP dann mit den Interessenten, Nutzern und möglichen Investoren ein Treffen veranstalten um die Finanzplanung zu konkretisieren und am Ende des Prozesses, in Abstimmung mit den Priwallern und mit Travemünde ein komplettes eigenes Angebot vorlegen zu können.
Die Politiker sind erstaunt. Die Kritik wird allerdings in sanfte Töne verpackt – man bekommt derzeit viel Geld von der Possehl-Stiftung für die Umgestaltung der Innenstadt (4,6 Millionen Euro) und das Winterlicht. „Das ist wenig diplomatisch“, äußert sich SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt. Er hätte sich mehr Zurückhaltung gewünscht. Der Bauexperte Christopher Lötsch (CDU) wertet das Verhalten als „negatives Signal“. Die Stiftung könne ihr Geld ausgeben, wofür sie wolle, aber „eine komplette Ablehnung des Waterfront-Projektes halte ich für schädlich“. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) überrascht die Nachricht ebenfalls.
„Ich hätte mir eine vorherige Abstimmung mit der Stadt gewünscht.“ Denn immerhin plane die Stadt das Waterfront-Projekt. Reserviertheit auch bei Bausenator Franz-Peter Boden (SPD): „Wir werden an der Planung festhalten.“ Mit den Vorschlägen der BIP werde man sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung befassen. Ein „gewisses Verständnis“ hat Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) für das Ansinnen der Stiftung, auch wenn er sich dagegen wehrt, dass das gesamte Waterfront-Projekt in Frage gestellt wird. Zufriedenheit hingegen bei dem Grünen Bernd Möller: „Das ist eine bemerkenswerte Entscheidung, die hilft, Demokratie-Mängel zu beseitigen.“ (05/10/09; Quellen: NDR, LN, BIP)



