topad


Akteure & Konzepte

Projekte & Programme

Projekt zum Kiebitz-Schutz gestartet

Neue Schutzmethoden für Wiesenvögel in der Agrarlandschaft erprobt eine Initiative des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) mit Unterstützung durch die Hanns R. Neumann Stiftung.

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Feldern und Wiesen in Deutschland häufig anzutreffen war. Heute ist er aus vielen Agrarlandschaften verschwunden und gehört mittlerweile zu den bedrohten Vogelarten. Sein Bestand ist in den vergangenen zwanzig Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen, so dass in Deutschland nur noch ca. 80.000 Paare brüten. Intensive landwirtschaftliche Nutzung und veränderte Fruchtfolgen haben zu starken Bestandsrückgängen geführt.

Mit dem Projekt “Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutz-Projektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft” will der NABU einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser attraktiven Vogelart leisten. Der Kiebitz brütet fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und ist damit von den Aktivitäten der Landwirte abhängig.

“Hoher und dichter Pflanzenwuchs macht den Kiebitzen eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht oftmals unmöglich. Hier setzt das Projekt an. Wir erproben Maßnahmen, die sich in den Arbeitsablauf der Landwirte einbinden lassen, um Kiebitzen wieder geeignete Brutplätze zu bieten. So sollen auf Äckern und Wiesen vegetationslose Flächen geschaffen werden, um den Vögeln eine Brut zu ermöglichen: denn sie lieben die Rundumsicht”, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Projektstart am Montag im Michael-Otto-Institut in Bergenhusen.

Knapp fünf Jahre lang werden neue Schutzmethoden für Kiebitze und andere Vogelarten entwickelt und in ganz Deutschland in Zusammenarbeit mit Landwirten ausprobiert. Erfolgversprechende Maßnahmen sollen aufbereitet und in Agrarumweltmaßnahmen integriert werden. Abschließend sollen die Erfahrungen im Kiebitzschutz in einem Handbuch gebündelt werden. Drei Viertel der Kosten von insgesamt 1,45 Mio. € werden vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Bundesprogramms “Biologische Vielfalt” übernommen. Ein Viertel tragen das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium, die Hanns R. Neumann Stiftung und der NABU selbst.

In einigen Jahren soll überprüft werden, wie diese und andere Schutzmaßnahmen greifen, damit der Kiebitz wieder eine Zukunft hat.

(25.8.2014 | Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.)

Zur Übersicht "Akteure & Konzepte // Projekte & Programme"