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Projekt zur Erforschung von Universität und Stadt Wittenberg bis 2017 gesichert

Das Forschungsprojekt "Das ernestinische Wittenberg: Universität und Stadt (1486-1547)" an der Stiftung Leucorea in Wittenberg kann laut einer Vereinbarung mit dem Land Sachsen-Anhalt bis ins Jahr des Reformationsjubiläums fortgesetzt werden.

In dem Projekt forschen Wissenschaftler der Stiftung Leucorea und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) unter Beteiligung der Technischen Universität Berlin und der Universität Leipzig gemeinsam. Es ist das einzige Forschungsprojekt im Land Sachsen-Anhalt, das sich direkt mit der Zeit der Reformation in Wittenberg befasst.

Aus Anlass des 500. Jubiläums der Reformation richtet sich bereits heute das weltweite Interesse auf die Lutherstadt Wittenberg, die mit ihrer Universität, der kurfürstlichen Residenz und ihrer Bürgerschaft einst den Ausgangspunkt für die Reformation bildete. Auch die Forschung leistet mit neuen Erkenntnissen über Wittenberg einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis der Reformationsgeschichte. Die Stadt Wittenberg und ihre Kirchen sowie das Universitätsarchiv Halle verfügen über eine reiche und zu großen Teilen lückenlose Überlieferung von Quellen aus dem 16. Jahrhundert. „Diese sind bis heute nicht systematisch ausgewertet worden“, sagt Rechtshistoriker Prof. Dr. Heiner Lück von der MLU, der das Projekt “Das ernestinische Wittenberg” leitet. “Das ist angesichts der historischen Bedeutung Wittenbergs in der Welt ein forschungsgeschichtliches Kuriosum.”

Bereits seit 2009 wertet die interdisziplinäre Forschergruppe die Quellen aus. Die neun Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie sechs Professoren der Universitäten Halle-Wittenberg, Leipzig und Berlin vertreten die Fächer Geschichte, Rechts-, Kunst-, Kirchengeschichte, Archäologie und Bauforschung und haben bereits zwei umfangreiche Bände in der Schriftenreihe „Wittenberg-Forschungen“ vorgelegt. Ein dritter Band zur Malerfamilie Cranach ist in Vorbereitung und soll noch 2014 erscheinen. Im Zuge der Forschungsarbeit konnte unter anderem erstmals überhaupt lückenlos geklärt werden, wie und zu welchem Zweck die Räume im kurfürstlichen Schloss während des 16. Jahrhunderts genutzt wurden. Ebenso konnte der Grundbesitz der Familie Cranach exakt ermittelt und bislang unbekannte Druckerwerkstätten in Wittenberg nachgewiesen werden.

“Aufgrund der nun verlängerten Laufzeit des Forschungsprojekts wird im Jahr 2017 erstmals eine gediegene und betont quellenfundierte Bestandsaufnahme der Wittenberger Archivalien und der archäologischen sowie bauhistorischen Befunde mit vielen neuen Erkenntnissen vorgelegt werden können, die weit in die Zukunft reicht”, betont Prof. Dr. Lück. Auf sie könnten zukünftige Generationen von Wissenschaftlern zurückgreifen.

(26.2.2014 | Quelle: Stiftung Leucorea)

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