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Public Private Partnership für neues Rettungszentum
Der Kreis Soest erhält ein neues Rettungszentrum. Mit dem Dortmunder Unternehmen Derwald GmbH & Co. KG steht der Investor für das erste PPP-Projekt (Public Private Partnership) des Kreises Soest fest, das Konzept ist fertig, jetzt geht es Schlag auf Schlag. Schon im Juli 2010 soll der Baubeginn für das neue Rettungszentrum des Kreises Soest auf dem kreiseigenen Gelände am Senator-Schwartz-Ring in Soest (Straßenverkehrsamt) erfolgen, die Übergabe des fertigen Gebäudes ist bereits für September 2011 geplant.
Diesen zügigen Bauablauf skizzierte Landrätin Eva Irrgang, als sie während einer Pressekonferenz am Donnerstag, 21. Januar 2010, das Vorhaben den Medien vorstellte. „Weil ein privater Partner flexibler ist, ergibt sich auch eine Zeiteinsparung“, betonte die Verwaltungschefin in diesem Zusammenhang. Sie wies auch auf die weiteren Vorteile eines PPP-Projekts hin. Ein privater Partner könne die regionale Wirtschaft einbinden. Außerdem handele es sich um eine Dienstleistung aus einer Hand. In der zu zahlenden monatlichen Pauschale für das Gebäude sei auch der Betrieb enthalten. So seien Instandhaltung, Hausmeistergestellung oder Reinigung inklusive.
Das Investitionsvolumen für das Rettungszentrum umfasst 15,8 Mio. €, zusätzliche 2,36 Mio. € fließen in die ohnehin zu modernisierende Leitstellentechnik. In das neue Gebäude, das eine Bruttogrundfläche von rund 6.000 Quadratmetern und einen Bruttorauminhalt von rund 36.000 Kubikmetern umfasst, ziehen die Rettungswache Soest, die Leitstelle für Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz, die Polizeileitstelle, das Sachgebiet Verwaltung der Abteilung Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz, die Abteilung Veterinärdienst und die Kreisfeuerwehrzentrale ein. Als einmalig in ganz NRW kennzeichneten Landrätin Eva Irrgang und Polizeidirektor Manfred Dinter die räumliche Zusammenführung von Rettungs- und Polizeileitstelle unter einem Dach. Dieses Konzept habe Pilotcharakter und setze Maßstäbe.
„Ein Großteil der verschiedenen Bereiche wird refinanziert, die auch bereits jetzt anfallenden Immobilienkosten werden durch die für die Räume im neuen Rettungszentrum ersetzt“, machte die Landrätin deutlich. Für das Rettungszentrum an sich und für die Leitstellentechnik sei durch die Realisierung als PPP-Projekt ein Wirtschaftlichkeitsvorteil von 7,9 % nachgewiesen. Das entspreche einer nominalen Haushaltsentlastung bei der vorgesehenen Laufzeit über 25 Jahre von insgesamt 3,89 Mio. €.
Begleitet und mehrheitlich unterstützt von der politisch besetzten Steuerungsgruppe habe sich das Projekt von einer einfachen Rettungswache mit Kreisfeuerwehrzentrale zu einem komplexen Objekt mit einem hohen Anteil an gemeinsam genutzte Flächen entwickelt, stellte Dezernentin Maria Schulte-Kellinghaus heraus. Durch die Zusammenfassung der verschiedenen Bereiche des Katastrophenschutzes unter einem Dach würden Abläufe optimiert, die Zusammenarbeit verbessert und damit der Schutz der Bevölkerung nachhaltig und zukunftssicher gestaltet. Darüber hinaus sei diese Zusammenarbeit unter einem Dach wirtschaftlicher als die Wahrnehmung der Aufgaben an verschiedenen Orten. „Die Modernisierung der mittlerweile über 10 Jahre alten Leitstellentechnik und die gleichzeitige Umstellung auf den Digitalfunk lässt die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr im Kreis Soest im 21. Jahrhundert ankommen“, so Frau Schulte-Kellinghaus weiter.
Die Dezernentin wies besonders darauf hin, dass der Anteil der zusätzlichen Investition ausschließlich dem Bereich der Unterstützung der örtlichen ehrenamtlichen Freiwilligen Feuerwehr (Kreisfeuerwehrzentrale, anteilig Schulungsbereich und anteilig Kreisleitstelle) diene. Außerdem ergäben sich im Projekt erhebliche Synergieeffekte für ein Tierseuchen-Krisenmanagement. Bisher habe der Veterinärdienst zur Desinfektion und Organisation der Tierärzte und deren Helfer auf schulische Einrichtungen (Turnhallen und Sanitärbereiche) ausweichen müssen. Die wachsende Gefahr durch die fortschreitende Ausbreitung von Zoonosen (zum Beispiel H5 N1- und H1 N1-Viren und Q-Fieber-Bakterien) spreche ebenfalls für das neue Rettungszentrum. Das Fazit von Frau Schulte-Kellinghaus: „Mit dem Rettungszentrum passt der Kreis Soest die Aufgabenwahrnehmung den gestiegenen Anforderungen des Feuer- und Katastrophenschutzes bzw. der Gefahrenabwehr und der Tierseuchenbekämpfung an. Die Erweiterungen sind sachlich geboten, wirtschaftlich vorteilhaft.“ (25/01/10; Quelle: Kreis Soest)



