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Rheinische Methode zur Mückenbekämpfung hilft im Kampf gegen Malaria

Biologisches Larvengift dämmt Moskitoplage ein: Die Manfred Lautenschläger-Stiftung finanziert ein innovatives Projekt des Universitätsklinikums Heidelberg zur ökologischen Malariakontrolle in Burkina Faso mit rund 425.000 €.

Malaria-Bekämpfung in Burkina Faso (Foto: Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Peter Dambach, Institut für Public Health)

Die jahrzehntelange Erfahrung im Kampf gegen die allsommerliche Massenvermehrung der Stechmücken entlang des Oberrheins soll in Zukunft dazu beitragen, die Ausbreitung der Malaria in Westafrika einzudämmen. Das Institut für Public Health am Universitätsklinikum Heidelberg und die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e.V., die weltweit Programme zur Stechmückenbekämpfung unterstützt, haben nun mit dem Forschungszentrum in Nouna, Burkina Faso, ein entsprechendes wissenschaftliches Projekt gestartet. Zum Einsatz kommt das biologische Larvenvernichtungsmittel BTI, das sich im Rhein-Neckar-Raum seit Jahren bewährt hat. Neue, auf Satellitenbildern basierende Karten erlauben die gezielte und sparsame Anwendung des Mittels.

Die in der Malariabekämpfung neue Strategie ist Teil des “Roll Back Malaria”-Programms der Weltgesundheitsorganisation. Das Projekt ist der Transfer einer Technik, die entlang des Rheins seit vielen Jahren großflächig und routinemäßig eingesetzt wird. Die Methode ist effektiv, sicher und unbedenklich für Mensch und Umwelt, erklärt Projektleiter Professor Dr. Rainer Sauerborn, Direktor des Instituts für Public Health am Universitätsklinikum Heidelberg. Ziel ist es, die in Burkina Faso etablierten Methoden zur Bekämpfung der Malaria zu ergänzen und zu unterstützen. Moskitonetze und der Einsatz von Insektiziden wie DDT schützen die Menschen in ihren Häusern vor den Mücken, eine möglichst frühe Behandlung Infizierter dämmt die weitere Ausbreitung der Malaria ein. Die neue Strategie dagegen verhindert bereits im Vorfeld, dass sich in den Brutgewässern kaum beherrschbare Moskitoschwärme entwickeln. Weniger Moskitos bedeuten auch eine geringere Infektionsgefahr.

In sehr geringem Umfang findet das Mittel in Afrika bereits Verwendung; eine flächendeckende Behandlung aller stehenden Gewässer und Tümpel in der Nähe von Siedlungen ist allerdings teuer und für die Gemeinden in westafrikanischen Ländern nicht bezahlbar. Ein Team des Instituts für Public Health entwickelte daher zusammen mit Spezialisten für Fernerkundung des französischen Raumforschungszentrums CNES (Centre des Etudes Spatiales) ein Verfahren, um anhand von Satellitenbildern die von Moskitos bevorzugten Brutstätten ausfindig zu machen. Diese Gewässer, die bestimmte Ansprüche der Mücken an Ufervegetation, Lage und Wassertiefe erfüllen, können dann während der viermonatigen Regenzeit zwischen Juni und September gezielt und regelmäßig behandelt werden. Die Risikokarten haben sich in einem vorangegangenen Projekt des Heidelberger Teams bereits als zuverlässig und brauchbar erwiesen.

Diese sehr selektive Anwendung des Larvengiftes ist ein Novum in der Malariabekämpfung, so Sauerborn. In Kombination mit den Risikokarten sind die Behandlungen mit rund 15 US-Dollar pro Distrikt zudem relativ günstig, wie erste Tests in Benin gezeigt haben. Das Projekt soll nun in einem großen Modelldistrikt um die Stadt Nouna zeigen, ob die neue Methode die Erwartungen erfüllt, die Anzahl der Malaria-Infizierten senkt, die Mückenbekämpfung erleichtert und zudem Kosten für die Gesundheitssysteme spart.

(28.7.2013 | Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg)

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