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Rheinland-Pfalz bringt Westwall-Stiftung auf den Weg

"Rheinland-Pfalz wird die Ruinen vom Bund übernehmen und hat sich damit verpflichtet, die Anlagen zu sichern. Aufgabe der Stiftung wird es darüber hinaus sein, Naturschutzmaßnahmen zu entwickeln sowie Denkmalschutz und friedenspolitische Initiativen zu ermöglichen", erläuterte Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro.

“Die Ruinen des Westwalls sind vor allem ein Mahnmal, das an die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten erinnert. Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Ruinen als Zeitzeugnis für nachkommende Generationen zu erhalten und gleichzeitig als einen einzigartigen Rückzugsraum für seltene Arten zu sichern. Dieses lange, grüne Band bildet zudem einen wertvollen Biotopverbund”, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken.

Die ehemals etwa 9000 in Rheinland-Pfalz vorhandenen Bunkerruinen, Höckerhindernisse und sonstigen Anlagen des ehemaligen Westwalls, von denen ein großer Teil bereits in der Vergangenheit zertrümmert und übererdet wurde, ziehen sich entlang der Westgrenze des Landes. Insgesamt verlief der Westwall über 630 Kilometer von der niederländischen bis zur Schweizer Grenze. Die Natur hat sich die noch vorhandenen Ruinen nach und nach zurückerobert. Sie sind in den vergangenen Jahrzehnten zu wichtigen Lebensräumen für zahlreiche besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten wie die Wildkatze, Fledermäuse, Amphibien, kalkliebende Moose und Farne geworden. “Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht bilden die Ruinen eine Kette kleiner Biotopinseln, die die Landschaft durchzieht und Gewässer, Wälder und Wiesen miteinander verbindet. Der ehemalige Westwall führt so die Landschaftsräume wie mit einem grünen Band zu zusammen”, machte Höfken die Bedeutung der Ruinen für den Artenschutz deutlich.

“Die Stiftung wird mit dem Stiftungsvermögen die Anlagen sichern, damit diese erhalten bleiben und von ihnen keine Gefahr ausgeht”, so Barbaro. Die 25 Millionen Euro, die das Land im Zuge der Übernahme vom Bund bekommt, seien dafür eine gute Grundlage. Aufgabe der Stiftung sei es darüber hinaus, Mittel für Naturschutz, politische Bildung und Denkmalschutz einzuwerben. Im Vorstand der Stiftung seien die dafür zuständigen Fachministerien vertreten, externe Experten können berufen werden. Ein Kuratorium mit Vertretern von Verbänden, Initiativen und Einrichtungen des Naturschutzes, Denkmalschutzes, der politischen Bildung und gegebenenfalls weitere Akteure solle beratend zur Verfügung stehen. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren werden nun zunächst die Verbände beteiligt. Ziel sei es, dass die Stiftung zum 1. Oktober 2014 ihre Arbeit aufnehmen kann, ergänzte Höfken.

(28.1.2014 | Quelle: Ministerium für Umwelt Rheinland-Pfalz)

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