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Risiken von Krebsfrüherkennung kaum bekannt

Nur jeder Dritte weiß, dass eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung auch Risiken haben kann. Dazu zählen falsche positive oder negative Befunde, die oft zu psychischen Belastungen oder gar überflüssigen Operationen führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung und Barmer GEK im Rahmen des Gesundheitsmonitors 2014.

Für 84 Prozent der Deutschen ist die Empfehlung ihres Arztes der wichtigste Grund, um an einer Untersuchung zur Krebsfrüherkennung teilzunehmen. Damit nehmen die Mediziner eine zentrale Rolle ein, wenn es um die Entscheidung der Versicherten zur Teilnahme an diesen Untersuchungen geht. Allerdings fühlen sich nur knapp die Hälfte der Patienten (46 Prozent) von ihrem Arzt über Nutzen und Risiken des Screenings aufgeklärt.

Laut Studienautorin Dr. Sylvia Sänger vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf scheitere eine ausgewogene Aufklärung der Patienten oft daran, dass selbst die Ärzte den Nutzen einer Krebsfrüherkennung überschätzen. “Um ihrer Schlüsselrolle bei der Entscheidungsfindung der Patienten gerecht zu werden, sollten Ärzte in der Kommunikation über Nutzen und Risiken gesondert geschult werden”, fordert die Gesundheitswissenschaftlerin. 71 Prozent der Befragten setzen vor allem auf die Beratung ihres Hausarztes. Besonders für Personen mit niedrigem Bildungsstand hat die persönliche Information einen hohen Stellenwert.

Mehr als 25 Prozent aller Todesfälle im Jahr 2012 (221 611 Menschen) sind die Folge eines Krebsleidens. Damit ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. “Für jede Früherkennungsuntersuchung sollte ein Set an wissenschaftlich fundierten und leicht verständlichen Entscheidungsmaterialien über verschiedene Kanäle angeboten werden”, so Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung.

Der Gesundheitsmonitor analysiert und bewertet das gesundheitliche Versorgungsgeschehen in Deutschland. Grundlage dafür bilden regelmäßige Umfragen unter Versicherten, Patienten und der Gesamtbevölkerung. Für die Studie wurden knapp 1.800 Personen befragt.

(14.8.2014 | Quelle: Bertelsmann Stiftung)

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