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Rund 1,7 Mio. € für die Wissenschaft an der Ruhr
Mit rund 1,7 Mio. € fördert das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR), eine Initiative der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), innovative Forschungsprojekte im Ruhrgebiet – von der Entwicklung neuer Forschungsansätze zum Schutz des Gehirns von Frühgeborenen bis hin zur Erforschung städtischer Transformation in den USA. In der dritten Ausschreibungsrunde von MERCUR konnten acht von insgesamt 26 eingereichten Forschungsanträgen das wissenschaftliche Expertengremium überzeugen. Seit 2010 hat MERCUR damit insgesamt 59 Projekte mit einem Volumen von knapp sieben Mio. € bewilligt. Ziel ist es, das wissenschaftliche Potenzial des Ruhrgebiets zu stärken und die UAMR im nationalen und internationalen Wettbewerb schlagkräftiger zu machen.
Die bewilligten Projekte zeigen, dass es in der UAMR verstärkt zu einer Bündelung der Kräfte kommt. Den Mehrwert dieser Entwicklung verdeutlichen beispielhaft folgende Forschungsvorhaben:
Die Verbesserung der Entwicklungschancen von Frühgeborenen steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Forschungsvorhabens der Neurowissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum und dem Lehrstuhl für Neonatologie am Universitätsklinikum Essen. „Es ist dringend notwendig, Forschungsansätze zum Schutz des unreifen Gehirns von Kindern zu entwickeln. Deshalb wollen wir die vorhandenen Kompetenzen an beiden Standorten in Bezug auf neurodegenerative Erkrankungen des erwachsenen Gehirns nutzen, um die Mechanismen der perinatalen Hirnschädigung besser zu verstehen und neue Therapieansätze daraus abzuleiten“, so Prof. Dr. med. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I, am Klinikum der Universität Duisburg-Essen.
Mit dem Forschungsprojekt „Spaces-Communities-Representation: Urban Transformations in the United States“ treten die Amerikanisten der UAMR erstmals gemeinsam auf. Die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und der Technischen Universität Dortmund untersuchen die Veränderungsprozesse städtischer Räume in den USA u.a. mit dem Ziel, die Erkenntnisse auf das Ruhrgebiet zu übertragen. „Durch die enge und fokussierte Kooperation der drei Amerikanistiken entsteht für die UAMR ein Kompetenzzentrum USA mit einer Wirkung weit darüber hinaus“, erklärt Prof. Dr. Walter Grünzweig, Institut für Anglistik und Amerikanistik der Technischen Universität Dortmund.
Das Projekt „Religiöse Argumente im rechtspolitischen und juristischen Diskurs“ untersucht den Einfluss religiöser Überzeugungen von Bürgern und Religionsgemeinschaften auf die öffentliche Diskussion sowie die Gestaltung der staatlichen Rechtsordnung. „Der Staat ist zur Neutralität verpflichtet, gleichzeitig werden religiös eingefärbte Argumente insbesondere in Regelungsbereichen mit ethischem Konfliktpotenzial immer wieder vorgebracht. Dieses Spannungsverhältnis wirft erhebliche Probleme für die Rechtsordnung auf, wenn etwa aufgrund religiöser Mehrheitsüberzeugungen in Freiheitsrechte der Bürger eingegriffen werden soll”, so Prof. Dr. Stefan Huster von der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Das Projekt knüpft an die Thematik des Bochumer Centrums für religionswissenschaftliche Studien (CERES) an und stärkt die Profilbildung der Universität.
MERCUR unterstützt mit seinen Förderlinien das Motto der UAMR “gemeinsam besser” und will den Forschern vielfältige Möglichkeiten zur Kooperation und Vernetzung anbieten sowie gleichzeitig die Schwerpunkte der einzelnen Allianzuniversitäten weiter entwickeln. (28/11/11; Quelle: ots, Mercator Research Center Ruhr)



