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Schädlich tritt Heiner-Müller-Gastprofessur an

Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich hält am 7. Mai 2014 seine öffentliche Antrittsvorlesung als Heiner-Müller-Gastprofessor für deutschsprachige Poetik. Sie wurde gemeinsam von der Stiftung Preußische Seehandlung und der FU Berlin eingerichtet.

Inhaber der Gastprofessur ist jeweils der aktuelle Träger des Berliner Literaturpreises, den die Stiftung Preußische Seehandlung jährlich vergibt. In der Veranstaltung unter dem Titel “‘Catt oder Vom Scheitern an der Zensur” liest Schädlich nach einer Einführung über das Schreiben und die Zensur in der DDR den Anfang eines Romans, der von der DDR-Zensur zu Fall gebracht wurde.

Die Antrittsvorlesung ist Auftakt eines Autorenkollegs für Studierende, das Hans Joachim Schädlich im Rahmen seiner Gastprofessur abhalten wird. Diese literarische Werkstatt ermöglicht es Nachwuchsautoren unter den Berliner und Brandenburger Studierenden, mit einem Schriftsteller der Gegenwart nicht nur über dessen Werk ins Gespräch zu kommen, sondern auch eigene Texte vorzustellen. Thema des Kollegs ist in diesem Jahr “Literatur und Diktatur”; die Studierenden waren gebeten worden, sich für die Teilnahme mit einem Text zum Thema “Verrat” zu bewerben.

Hans Joachim Schädlich wurde 1935 in Reichenbach/Vogtland geboren. Nach einem Studium der Germanistik in Berlin und Leipzig arbeitete er zunächst als Sprachwissenschaftler an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Ostberlin. Seit 1969 schrieb Schädlich Prosa, für die er in der DDR keinen Verlag fand, 1977 wurden diese Texte in dem Band Versuchte Nähe im westdeutschen Rowohlt Verlag veröffentlicht. Im gleichen Jahre reiste Hans Joachim Schädlich mit seiner Familie in die Bundesrepublik aus und lebte seit 1979 in West-Berlin. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen die Romane “Tallhover” (1986), “Schott” (1992) und “Kokoschkins Reise” (2010). Zuletzt erschien die Novelle “Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II.”.

Der mit 30.000 € von der Stiftung Preußische Seehandlung dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Über die Vergabe des Preises 2014 entschieden die Juroren Prof. Dr. Peter-André Alt, Dr. Jens Bisky, Dr. Ulrich Janetzki, Prof. Ulrich Khuon und Dr. Kristin Schulz. Bisherige Preisträger und Dozenten waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Lehr, Rainald Goetz und Lukas Bärfuss.

(1.5.2014 | Quelle: Stiftung Preußische Seehandlung)

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