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Start des Pilotprojekts KECK in Jena
Wie sich Kinder in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld entwickeln, lässt sich künftig in Jena auf einen Blick feststellen. Das Informationssystem KECK (Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder) schafft einen neuartigen Überblick für Eltern, Erzieher und politisch Verantwortliche und liefert wichtige Fakten, um Kinder in ihrem sozialen Lebensumfeld gezielt zu fördern.

Foto: Bertelsmann Stiftung
Zu diesem Zweck entsteht derzeit zunächst für Jena ein Berichtssystem, das wichtige Informationen über Bildung, Gesundheit, soziale Lage und Entwicklungsstand der Kinder erfasst und öffentlich zugänglich macht. Ab 2011 können sich dann alle interessierten Bürger in einem Online-Atlas über die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Kindern informieren. So entsteht eine Grundlage für die bessere Zusammenarbeit der für das Wohl der Kinder Verantwortlichen in Jena.
“Mit KECK schaffen wir ein zukunftsorientiertes Informationssystem”, sagt Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. “Es gibt Auskunft, wie es den Kindern vor Ort tatsächlich geht und woran es mangelt. Damit liefert es das nötige Wissen, um auch korrigierende Entscheidungen zu treffen.” Kinder in benachteiligten Stadtteilen brauchen mehr öffentliche Unterstützung, so Dräger: “Letztlich bedeutet dies dann, dass Ressourcen je nach Bedarf auch gezielter und deshalb ungleich verteilt werden müssen.” Weiteres Ziel des Projektes sei daher die Entstehung eines kommunalen Netzwerkes, das eine bessere Förderung aller Kinder sichert.
Das Pilotprojekt für Jena soll in ganz Thüringen Schule machen. Das Kultusministerium verspricht sich davon ein besseres Verständnis für die Lage der Kinder in Thüringen insgesamt, erläutert Staatssekretär Kjell Eberhardt: “Die Kommunen bekommen mit KECK ein Informationssystem, das die Verantwortlichen vor Ort bei ihren Entscheidungen unterstützt und so Thüringens Kindern unmittelbar nützt. Wir können erkennen, welche Faktoren den größten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben und deshalb gezielt handeln.”
Für die Bertelsmann Stiftung, die das Projekt mit 300.000 € unterstützt, ist das Pilotprojekt in Jena ein Schritt zu dem Ziel, die Bildungschancen von Kindern in ganz Deutschland zu verbessern und Bildungsressourcen gezielter einzusetzen. Vorbild ist dabei ein sehr erfolgreicher Atlas zur frühkindlichen Entwicklung in Kanada. Wissenschaftliche Kooperationspartner bei der Entwicklung der Instrumente von KECK sind das Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP) und empirica Bonn. (20/10/09)



