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Stiftung Mercator stellt 2,3 Mio. € zur Verfügung
Erstmalig in Deutschland werden Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus Nicht-Akademikerfamilien ab der Klassenstufe 9 und 10 bis zum Bachelorabschluss gezielt gefördert. Die Stiftung Mercator schiebt das neue Programm „Chance²“ an der Universität Duisburg-Essen mit 2,3 Millionen Euro für einen Zeitraum von sieben Jahren an. Ziel ist, den Anteil von Abiturienten sowie Hochschulabsolventen mit Migrationshintergrund und aus nicht-akademischen Familien zu erhöhen.

Foto: Stiftung Mercator
Mehr Chancen auf einen Uni-Abschluss
„Die Stiftung Mercator möchte mit Chance² sozial benachteiligten Jugendlichen die Chance auf eine Hochschulreife und ersten Studienabschluss geben und somit erfolgreiche Schulprogramme wie den Förderunterricht im weiteren Bildungsweg fortsetzen“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. Langfristiges Ziel sei es so, die bestehende Ungleichheit bei Schul- und Hochschulabschlüssen zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu verringern.
Das Programm Chance² ist an der Universität Duisburg-Essen im deutschlandweit ersten Prorektorat für Diversity Management angesiedelt. „Durch eine Bildungsstufen übergreifende und individuelle Förderung der Jugendlichen wollen wir den Übergang von der Schule in die Universität gezielt verbessern. So können wir die vorhandenen Bildungspotentiale der Region nachhaltig zur Entfaltung bringen“, unter-streicht Prof. Dr. Ute Klammer, Prorektorin für Diversity Management an der UDE. Mit dem mehrstufigen Förderprogramm werde eine Lücke geschlossen und ein Grundstein für eine Förderkette in der Bildungsbiographie gelegt.
Betreuung und Bildungsgeld
30 Plätze stehen für den ersten Jahrgang zur Verfügung, der im September 2010 startet. In den vier Jahren bis zum Abitur werden vier Bereiche besonders gefördert: Schreiben & Reden, Studienwahl, Uni auf Probe sowie Mentoring. Den Teilnehmern entstehen keine Kosten, im Gegenteil, sie erhalten sogar ein zusätzliches Bildungsgeld für Ausgaben wie Bücher.
Wenn sich die Programmteilnehmer nach dem Abitur für ein UDE-Studium entscheiden, werden sie bis zum Bachelor-Abschluss in einer zweiten Förderphase weiter ideell und finanziell unterstützt. Während der beiden Stufen haben sie feste Ansprechpersonen und werden kontinuierlich begleitet. Zugleich werden auch die Eltern und Schulen mit gezielten Informationsveranstaltungen einbezogen. Zum kommenden Wintersemester soll bereits eine Gruppe von 20 Erstsemestern direkt in die zweite Förderstufe des Programms aufgenommen und bis zum Bachelor gefördert werden.
Zum Programmstart wird mit ausgewählten Projektschulen der Region zusammengearbeitet, die einen großen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund und aus Familien ohne akademische Erfahrung haben. Bewerbungsvoraussetzungen sind Interesse am Lernen, gute Noten im letzten Zeugnis oder anderweitig unter Beweis gestellte Fähigkeiten sowie soziales Engagement. Für November 2010 ist die nächste Bewerbungsrunde für die Schülerinnen und Schüler geplant. (12/05/10)



