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Stiftung QZP fordert Pflege ohne Zwang

Freiheitsentziehende Maßnahmen sind ein großes Problem bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen, denn sie gehören zu den schwersten Eingriffen in die Menschenrechte. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) fordert, diese als übliche Pflegepraxis abzuschaffen.

Bundesweit wurden allein im Jahr 2012 mehr als 85.000 freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) in der Pflege richterlich genehmigt. Unter diese genehmigten FEM fallen vorwiegend mechanische Zwangsanwendungen wie Bettgitter oder Gurte. Zusätzlich kommen oftmals auch Medikamente zum Einsatz, um Pflegebedürftige ruhig zu stellen. Die Dunkelziffer, so sind sich Wissenschaftler und Praktiker einig, ist sogar noch weitaus höher. Besonders Menschen mit demenziellen Erkrankungen sind aufgrund ihres oftmals ausgeprägten Bewegungsdrangs stark gefährdet, in ihren grundlegenden Rechten, ihrer körperlichen Unversehrtheit und Selbstbestimmung verletzt zu werden.

“Ziel muss es sein, freiheitsentziehende Maßnahmen als übliche Pflegepraxis abzuschaffen”, erklärte Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Gleichzeitig warnt Suhr aber vor einer zu starken Skandalisierung des Themas: “Es darf nicht darum gehen, pflegende Angehörige oder professionelle Kräfte an den Pranger zu stellen oder gar zu kriminalisieren. Wir müssen vielmehr einen Austausch über unangemessene Maßnahmen ermöglichen und Konzepte zur Vermeidung fördern.” Tatsächlich gäbe es bereits wegweisende Ansätze und Konzepte sowie vorbildhafte Einrichtungen und Dienste, die konsequent FEM in ihrem Pflegealltag umgehen, so Suhr.

(15.11.2013 | Quelle: Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege)

Website der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege

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