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Stiftung Rheinviertel setzt auf Generation 50 Plus

Ehrenamt macht Sinn, und die Bereitschaft, sich für andere zu engagieren, ist besonders bei der Generation 50 plus vorhanden. Das ist das Ergebnis einer Studie im Rheinviertel von Bad Godesberg, wo im Auftrag des Generali Zukunftsfonds 504 Bürger befragt worden sind. Wie die Bonner Bürgerstiftung Rheinviertel und der von der Generali Deutschland Holding AG 2008 gegründete Zukunftsfonds mitteilten, ist laut der vom TÜV Rheinland durchgeführten Umfrage besonders bei Ruheständlern eine sehr große Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement erkennbar.

Rechne man die Stundenzahl des vorhandenen und des möglichen ehrenamtlichen Einsatzes auf alle Bewohner des Rheinviertels zwischen 50 und 75 Jahren hoch, dann kämen mehr als 1 Mio. Stunden pro Jahr zusammen. Dies entspreche mehr als 600 Vollzeitstellen. Etwa die Hälfte dieser Stunden wird nach Angaben der Stiftung im Rheinviertel bereits von Ehrenamtlichen geleistet. Nochmal so viele Stunden könnten zusätzlich erbracht werden, wenn es gelinge, die Engagementbereitschaft tatsächlich zu realisieren.

Genau das will die Bürgerstiftung Rheinviertel jetzt tun: Das nachgewiesene Potenzial an freiwilligem Engagement älterer Menschen gezielt heben und im Viertel realisieren. Die Ehrenamtskoordinatorin Ariane Jourdant soll die Ergebnisse der Studie umsetzen. „Wir haben im Rheinviertel eine einmalige Konstellation“, erklärt Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds. „Eine Studie mit konkreten Ergebnissen und eine im Viertel sehr bekannte Bürgerstiftung, die mit der neuen Ehrenamtskoordinatorin unter Berücksichtigung der Wünsche, Vorstellungen und Lebensstrukturen der Bürger maßgeschneidert neues bürgerschaftliches Engagement gewinnen kann.“

Jourdant will besonders die Bürger im Alter von 50 bis 75 Jahren im Blick haben. „Die Studie belegt, dass diese Altersgruppe für bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger wird: Die Kinder sind aus dem Haus, der Ruhestand steht vor der Tür. Die meisten Bürger dieser Generation sind fit und gesund – daraus ergibt sich ein großes Potenzial für ehrenamtliche Tätigkeiten“, erklärt Pfarrer Dr. Wolfgang Picken, Vorsitzender der Bürgerstiftung Rheinviertel.

Bisher sind 1200 Ehrenamtliche in der Stiftung im Einsatz. Sie tragen etwa in Hospizen oder in Kindergärten dazu bei, dass soziale und pädagogische Einrichtungen nicht geschlossen werden müssen, sondern weiter ausgebaut werden können.

66 % der 504 Befragten sind nach angaben der Stiftung derzeit ehrenamtlich tätig oder wären bereit, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben. Während Berufstätige ein flexibles, unregelmäßiges Engagement bevorzugen, nutzen Ruheständler ein Ehrenamt häufig zur Alltagsstrukturierung und favorisieren daher festgelegte und regelmäßige Termine.

Die Befragten möchten nicht nur mithelfen, sondern auch mitgestalten und wünschen sich einen aktiveren Part bei den ehrenamtlichen Aufgaben. Bei der Wahl der Tätigkeit sind allerdings die klassischen Bereiche Pflege und Betreuung immer weniger beliebt, da ursprüngliche Werte wie selbstlose Hilfe und Nächstenliebe zugunsten von Motiven wie Spaß haben und Kontakte knüpfen mehr und mehr in den Hintergrund treten. (12/04/10; Quellen Zukunfsfonds, Bügerstiftung Rheinviertel)

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