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Stiftung saniert Auschwitz-Gedenkstätte

Die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau soll komplett saniert werden. Polen will hierfür eine Stiftung ins Leben rufen. Da der polnische Staat die Kosten aber nicht alleine tragen kann, will Deutschland die Sanierung finanziell unterstützen.

Deutschland will die von Polen angeregte Stiftung zur Sanierung der vom Verfall bedrohten KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau deutlich finanziell unterstützen. “Die Idee der Stiftung ist richtig und es ist selbstverständlich, dass wir Deutschen uns daran namhaft beteiligen werden”, sagte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, nach der ersten Kuratoriumssitzung am Mittwoch in Warschau. Die Deutschen wüssten, dass sie Verantwortung für das unsägliche Leid tragen, das in Auschwitz und Birkenau vielen Menschen angetan worden sei. Mit wie viel Geld Deutschland sich an der kostspieligen Sanierung von unter anderem den Baracken beteiligt, wollte Rüttgers nicht sagen.

Es sei “richtig und wichtig”, dass diese Gebäude und Ausstellungen konserviert, restauriert und für die kommenden Generationen gerettet werden, sagte der CDU-Politiker, der als einziger Deutscher im Kuratorium sitzt. Es gehe um ein Signal an die Menschen in Europa, dass eine gemeinsame Anstrengung nötig sei.

Der Auschwitz-Überlebende und Deutschlandbeauftragte der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, verwies auf die Verpflichtung Europas, Auschwitz als Mahnort zu erhalten. “Es ist ein Teil europäischer Geschichte. Wir erwarten, dass sich Europa zu diesem Teil seiner Geschichte bekennt”, sagte der 87-Jährige.

Nach Angaben des Museumsdirektors Piotr Cywinski muss das 200-Hektar große Gelände der Gedenkstätte mit mehr als 150 Bauten komplett saniert werden. In den kommenden 20 bis 25 Jahren würden dafür voraussichtlich pro Jahr vier bis fünf Mio. € an Kosten anfallen, die der polnische Staat aber nicht alleine aufbringen kann.

Eine neu gegründete Stiftung soll deshalb ein Grundkapital von 120 Mio. € sammeln, aus dessen Zinsen die Renovierungsarbeiten finanziert werden sollen. Polens Premierminister Donald Tusk hatte 40 Regierungschefs in aller Welt angeschrieben und sie um finanzielle Unterstützung gebeten. Laut Bartoszewski reagierten bisher außer Deutschland – das neben einer Mio. € Soforthilfe noch deutlich mehr geben will – auch Frankreich, Großbritannien und Tschechien positiv.

In den letzten Jahren hatten die Gedenkstätte im südpolnischen Oswiecim mehr als eine Million Menschen jährlich besucht. Weil der Ort ein Friedhof ist, wird kein Eintritt erhoben. Die Nationalsozialisten errichteten im Jahre 1940 im besetzten Polen zunächst das Stammlager Auschwitz und später das Vernichtungslager Birkenau. Dort wurden nach Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen waren Juden. Zwei Jahre nach Kriegsende wurde das Lagergelände als Museum deklariert. (17/06/09; Quelle: Kölner Stadtanzeiger)

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