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Stiftungen schalten sich in Diskussion um professionelle Sterbehilfe ein

Sowohl die Giordano-Bruno-Stiftung als auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz haben zur Forderung des neuen Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) nach einem Verbot der geschäftsmäßigen Hilfe zur Selbsttötung Stellung bezogen.

Der Minister hatte Anfang der Woche in einem Zeitungsinterview erklärt, wer sich für Hilfe zur Selbsttötung bezahlen lasse, der handele “überaus verwerflich”. Weiterhin meinte der CDU-Politiker: “Wer die Selbsttötung propagiert, als Ausdruck der Freiheit des Menschen geradezu verklärt, der versündigt sich an der Wertschätzung des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen.” Gröhe will demnach “jede geschäftsmäßige Hilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellen”.

Mit deutlichen Worten hat der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, diese Äußerungen kritisiert: “Die Überlegungen des Ministers beruhen auf religiösen Vorbehalten, nicht auf den Prinzipien einer zeitgemäßen Ethik, die sich an den Interessen der Individuen orientieren muss. In einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft sollten schwerstkranke Menschen ein Recht auf ‘letzte Hilfe’ haben, und dazu zählt nicht nur eine hervorragende palliativmedizinische Versorgung, sondern auch die Möglichkeit, selbstbestimmt mit der Unterstützung eines Arztes aus dem Leben scheiden zu können, wenn das Leiden unerträglich wird.”

“Als Patientenschutzorganisation für schwerstkranke, sterbende und pflegebedürftige Menschen begrüßen wir die Forderung des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe nach einem Verbot der geschäftsmäßigen Hilfe zur Selbsttötung”, so der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Dadurch werde jede Form der organisierten Suizidbeihilfe unter Strafe gestellt, sei sie nun entgeltlich oder unentgeltlich. Brysch: “Denn wenn ein Prinzip ethisch falsch ist, kommt es nicht mehr auf die Frage an, ob Geld fließt oder nicht. Der Entwurf zum Verbot der gewerbsmäßigen Suizidförderung ist daher im letzten Jahr zu Recht gescheitert. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung und würdevolles Sterben, aber kein Recht auf Tötung.”

(8.1.2014 | Quelle: Giordano-Bruno-Stiftung / Deutsche Stiftung Patientenschutz)

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