topad


Akteure & Konzepte

Projekte & Programme

Stiftungen wollen an der Energiewende aktiv mitwirken

Die deutschen Umweltstiftungen wollen die Energiewende aktiv mitgestalten. Dies ist das Ergebnis der jetzt vorgelegten Lenzener Erklärung des Arbeitskreises Umwelt, Natur, Gesundheit im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Der schrittweise Atomausstieg bis zum Jahr 2022 und der Umbau der Energieversorgung in Richtung erneuerbare Energien ist von der Bundesregierung im Juni dieses Jahres beschlossen worden. Die Umsetzung könne nicht allein auf politischer Ebene gelingen, sondern brauche die Mitwirkung der Zivilgesellschaft. Stiftungen könnten hier Moderatoren und Katalysatoren sein, sind sich die deutschen Umweltstiftungen sicher.

Dr. Lutz Spandau, Vorstand Allianz Umweltstiftung, Leiter des Arbeitskreises Umwelt, Natur, Gesundheit des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen: “Stiftungen müssen keine Wahlen gewinnen und können unbürokratisch innovative Ansätze fördern. Sie arbeiten regional und auf Augenhöhe mit Bürgern und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Das prädestiniert Stiftungen, die ‘von oben’ eingeleitete Energiewende ‘von unten’ umzusetzen. Die Gestaltungskraft von Umweltstiftungen im Umwelt- und Klimaschutz ist schon jetzt riesig und reicht von der Renaturierung von Mooren über die Förderung energieeffizienterer Technologien bis zur Umweltbildung in Kindergärten. Diese Gestaltungskraft wollen die Stiftungen auch in die Energiewende einbringen.”

Arbeitskreis Umwelt, Natur, Gesundheit
Der Arbeitskreis Umwelt, Natur, Gesundheit des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ist eine Plattform für Stiftungen, die sich für diese Themen stark machen. Seit den achtziger Jahren erobern Akteure des Umwelt- und Klimaschutzes auch die Stiftungswelt. Das Klimaschutz-Engagement von Stiftungen ist mittlerweile umfangreich: Es verbirgt sich u.a. hinter Zwecken wie Wissenschaft und Forschung (rund 3.340 Stiftungen) oder Umweltschutz (rund 1.550 Stiftungen).

Lenzener Erklärung der Deutschen Umweltstiftungen zur Energiewende in Deutschland im Wortlaut:

Zur Umsetzung der jüngsten Beschlüsse zum Atomausstieg bis zum Jahr 2022 ist der Umbau der Energieversorgung in Deutschland deutlich zu beschleunigen. Es gilt, anspruchsvolle und langfristige Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Senkung des Energieverbrauchs und die Minderung der Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung ist nun zu gestalten. Die deutschen Umweltstiftungen wollen aktiv an dieser Gestaltung mitwirken.

Die deutschen Umweltstiftungen unterstützen das von der Ethik-Kommission vorgeschlagene “Gemeinschaftswerk Energiezukunft Deutschland”. Der Weg der Energiewende ist mit dem Mut zu Neuem, der Zuversicht in die eigenen Stärken und einem verbindlichen Prozess der Überprüfung und Steuerung zu beschreiten. Stiftungen gestalten bereits heute den gesellschaftlichen Dialog maßgeblich mit. Eine Intensivierung ist gleichwohl gerade auf dem Gebiet des Klimaschutzes und der Energiewende nötig und machbar. Die entsprechenden Aktivitäten der Stiftungen sollen darum erweitert werden.

Im Rahmen des “Gemeinschaftswerks Energiezukunft Deutschland” wirken Stiftungen auf vielfältige Weise bei der Lösung auftretender Zielkonflikte mit. Sie moderieren und vermitteln zwischen allen Beteiligten – Energieversorgern, Energieverbrauchern, Netzbetreibern, der Politik, den (Umwelt-) Verbänden und Weiteren. Mit Studien, Projekten und Beispielvorhaben zeigen sie neue Wege zur Lösung auf. Die deutschen Umweltstiftungen werden gemäß ihrer Satzungen Projekte und Praxisbeispiele in den Dialog einbringen und ihre Ressourcen nutzen, um Beteiligungsforen zu gestalten.
Die deutschen Umweltstiftungen erwarten von der Bundesregierung die Einrichtung des von der Ethik-Kommission vorgeschlagenen “Nationalen Forums Energiewende”. Sie bieten an, als Akteure in dem Forum mitzuarbeiten.

Die Energiewende natur-, sozial- und wirtschaftsverträglich sowie zugleich partizipativ zu gestalten und eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen, erfordert große Anstrengungen. Diese Herausforderung anzunehmen und als Chance zu nutzen, leitet die deutschen Umweltstiftungen bei ihrem Engagement zur Energiewende.

Lenzen, den 6. Oktober 2011
Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär Bundesverband Deutscher Stiftungen
Dr. Lutz Spandau, Vorstand Allianz Umweltstiftung, Leiter des Arbeitskreises Umwelt, Natur, Gesundheit im Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

(12/10/11; Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen)

Zur Übersicht "Akteure & Konzepte // Projekte & Programme"