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Studie: Wie wirksam ist die Forschungsförderung der Herzstiftungen?

Eine Untersuchung beleuchtet die Nachhaltigkeit der Forschungsförderung der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) sowohl für die Entwicklung der Herzforschung allgemein als auch für die geförderten Wissenschaftler und ihre wissenschaftliche Karriere.

Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, emeritierter Herzchirurg aus Mainz und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF, hat in der Nachhaltigkeitsstudie Aufwand und Wirksamkeit der Forschungsförderung betrachtet. Analysiert wurde dabei der Zeitraum zwischen 2000 und 2009.

Die Deutsche Herzstiftung hat gemeinsam mit der 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung die Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben gemacht. Die Gesamthöhe der für die in den untersuchten zehn Jahren ausgegebenen Fördermittel für Forschungsprojekte, Wissenschaftspreise und Jahresstipendien betrug 7,14 Mio. €. 173 Wissenschaftler, die eine Förderung erhalten haben, wurden angeschrieben. 164 (94,8 Prozent) haben an der Studie teilgenommen.

Ein wichtiges Ergebnis: Wer von der Herzstiftung und DSHF gefördert wird, bleibt in der Regel in der Wissenschaft. Es schließen sich Folgeprojekte an. Diese Aussage lässt sich aus der Studie herleiten: So blieben 98,2 Prozent der Geförderten auch im Anschluss an ihre Förderung wissenschaftlich aktiv, die Mehrzahl von ihnen (68,3 Prozent) sogar auf dem gleichen Themengebiet. 134 der 164 Forscher haben im weiteren Verlauf ihrer wissenschaftlichen Karriere insgesamt 505 Folgeprojekte selbstständig durchgeführt und etwa 95,8 Mio. € eingeworben. Die meisten Folgeprojekte wurden von der Industrie und aus Klinik- bzw. Fakultätsmitteln finanziert. Die meisten Fördermittel haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union (EU) bereitgestellt.

Diese Folgeeffekte lassen sich auch hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen im wissenschaftlichen Umfeld weiterverfolgen. Von den 164 geförderten Wissenschaftlern wurden insgesamt 182 Arbeitsplätze eingerichtet, zum Beispiel Arzt- und Postdoktoranden-Positionen, befristete Stellen für eine medizinisch-technische Assistenz (MTA) oder Study Nurse.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind ein weiterer Indikator für die Leistung der geförderten Forscher: Haben sie noch während ihrer Förderung veröffentlicht oder erst danach? Die 164 Geförderten haben insgesamt 1.796 Originalveröffentlichungen als Erst-, Senior- oder Co-Autor angegeben. Fasst man die Erst- und Seniorautorschaft zusammen, rangieren diese zahlenmäßig mit 1.051 Publikationen vor der Co-Autorschaft (745 Publikationen).

Die geförderten Wissenschaftler wurden gefragt, welche zwei Originalpublikationen, die aus der Forschungsförderung durch die Deutsche Herzstiftung/DSHF und/oder den Folgeprojekten während des Erfassungszeitraums hervorgegangen waren, sie als ihre bisher wichtigsten empfinden und in welchen Zeitschriften sie publiziert wurden. Unter den 118 Zeitschriften mit 290 Nennungen (Publikationen) rangierte Circulation mit 55 Nennungen an oberster Stelle, gefolgt von Journal of the American College of Cardiology (JACC) mit 21 Nennungen. Weitere 33 Zeitschriften, darunter New England Journal of Medicine, Nature, The Lancet, Journal of the American Medical Association (JAMA) u.a. wurden zwischen 15- und 2-mal, insgesamt 131-mal, genannt.

Die Studie “Aufwand und Wirksamkeit der Forschungsförderung durch die Deutsche Herzstiftung/Deutsche Stiftung für Herzforschung. Eine Analyse der Jahre 2000 2009” kann kostenlos angefordert werden bei:
Deutsche Herzstiftung
Vogtstr. 50
60322 Frankfurt
E-Mail: info@herzstiftung.de

(29.7.2013 | Quelle: Deutsche Herzstiftung)

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