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Treffpunkt hilfswelten.de
Das Internet-Portal hilfswelten.de vernetzt soziale Projekte, Wirtschaftsunternehmen und
ehrenamtliche Helfer. Gründerin ist Ute von Staegmann (47), Marketing-Expertin und
Unternehmensberaterin aus Hamburg. Wie sie auf die Idee kam und welche Vorteile die
Plattform bietet, hat sie uns in einem persönlichen Gespräch verraten.
S&S: Frau von Staegmann, was hat Sie dazu veranlasst, ein neues Internetportal zu gründen?
von Staegmann: Triebfeder für das Projekt war der Wunsch, meine Marketingexpertise in den gemeinnützigen Sektor einzubringen. Außerdem wollte ich gemeinnützigen Organisationen helfen, einen besseren Zugang zur Wirtschaft zu erlangen und intensiver zusammenzuarbeiten.
S&S: Was wollen Sie mit hilfswelten.de erreichen und für wen ist diese Plattform gedacht?
von Staegmann: hilfswelten.de richtet sich an Vertreter von gemeinnützigen Organisationen, die im Bereich Kinder-und Altenhilfe aktiv sind, sowie an Privatpersonen, die Kinder und Senioren unterstützen möchten. Außerdem ist hilfswelten.de ein Portal für Wirtschaftsunternehmen, die sich im Rahmen ihrer CSR Strategie für Kinder-und Seniorenprojekte engagieren wollen und auf der Suche nach geeigneten Initiativen sind.
S&S: Warum legen Sie den Fokus auf Kinder und Senioren?
von Staegmann: Der Idee liegt letztendlich der Lebenskreis zugrunde: Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft, Senioren waren – und sind es in vielen Bereichen immer noch – die tragenden Säulen der Gesellschaft. Ohne sie wären wir heute nicht da, wo wir sind. Für mich ist es selbstverständlich, den älteren Menschen mit Hochachtung und Anerkennung zu begegnen. Dazu gehört für mich auch, dass sie im Alter behütet und unterstützt werden. Oftmals haben es Initiativen für Kinder in der Außendarstellung leichter, da sie attraktiver erscheinen. Die Themen der Senioren stehen dagegen eher im Schatten. Für mich sind die Projekte der Kinder-, Jugend-und Altenhilfe gleichermaßen wichtig und unterstützenswert.
S&S: Gibt es nicht schon genügend andere Portale und Vernetzungsplattformen im gemeinnützigen Bereich?
von Staegmann: Natürlich gibt es schon viele sehr gute und hilfreiche Initiativen. Man denke beispielsweise an das Netzwerk Aktivoli in Hamburg. Daneben gibt es etablierte und neue Fundraising-Plattformen, die Online-Spenden-Tools anbieten. Das Internet bietet so viele neue Möglichkeiten – kein Wunder dass hier eine große Dynamik herrscht. Für hilfswelten.de war es mir wichtig, dass die Anwender einen konkreten Nutzen von der Teilnahme am Netzwerk haben. Das Arbeitsfeld ist mit dem Schwerpunkt auf Initiativen für Senioren und Kinder ein sehr bewusst gewählter Ausschnitt. Hier sehe ich großen Bedarf. Außerdem setze ich auf Qualität statt auf Quantität. Die gute Vernetzung mit Wirtschaftsunternehmen schafft weiterhin einen Vorteil, weil die Parteien voneinander lernen können.
S&S: Wodurch hebt sich hilfswelten.de von den anderen Netzwerken im Dritten Sektor ab?
von Staegmann: hilfswelten.de erhält seine Identität aus den Inhalten des Portals heraus. Es ist kein Fundraising-Portal. Es gibt keine Online-Spendenfunktion. Es ist ein Netzwerk-und Informationsportal mit den Schwerpunktthemen Jugend-und Altenhilfe. Des Weiteren ist die die Vernetzung zur Wirtschaft ein wesentlicher Konzeptbestandteil und für die gemeinnützigen Organisationen ein wichtiger Vorteil. Für mich stehen die inhaltliche Identifikation mit den Einzelprojekten und das Kennenlernen der Teilnehmer an erster Stelle. Welche Aktivitäten sich aus dieser Vernetzung ergeben, entscheiden die Beteiligten selbst. Dadurch entsteht viel Spielraum für kreative Ideen. Denkbar sind ehrenamtliche Mithilfe, Sach-und Geldspenden oder die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Kurz gesagt,
Kooperationen aller Art.
S&S: Ihr Motto lautet„sozial trifft wirtschaft“. Wie entstand dieser Leitsatz?
von Staegmann: Die Vernetzung zur Wirtschaft ist mir besonders wichtig, und daran arbeite ich derzeit mit Hochdruck. Ich wollte und will – aus der Wirtschaft kommend – bewusst und aktiv dazu beitragen, dass sich die beiden Sektoren Wirtschaft und Soziales noch besser vernetzen und verstehen. Das ist „meine persönliche CSR Strategie“.
S&S: Sind Ihre Aktivitäten begrenzt auf Hamburg?
von Staegmann: Mein Standort ist Hamburg, und natürlich versuche ich auch, viel über mein persönliches Netzwerk für das Portal und auch die Initiativen zu tun. Aber da das Internet per se nicht regional begrenzt ist, soll und darf es bundesweit und auch gern grenzübergreifend arbeiten.
S&S: hilfswelten.de wurde Ende 2008 gegründet. Inzwischen sind ca. fünfzig Nutzer beteiligt. Wie geht es weiter und wie wollen Sie das Portal etablieren?
von Staegmann: Es soll möglichst schnell ein tragfähiger Verein gegründet werden, um den Netzwerkgedanken noch besser zu leben. Dafür suche ich noch passende Partner idealer weise aus der Wirtschaft und dem dritten Sektor. Unabhängig von der Rechtsform soll der Service für die Mitglieder aber kostenlos bleiben. Außerdem benötigt hilfswelten.de dringend mehr PR. Daher suchen wir noch Leitfiguren aus Politik, Wirtschaft und Medien, die bereit sind, sich für hilfswelten.de zu engagieren. Es ist wichtig, dass die Plattform eine relevante kritische Masse erreicht – denn nur ein lebendiges Netzwerk ist ein hilfreiches Netzwerk. Daher bin ich auch dankbar für dieses Interview und freue mich über jede Resonanz und Anregung.
S&S: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
von Staegmann: Ich hoffe, dass sich im hilfswelten.de Netzwerk kurzfristig ca. 400 Teilnehmer engagieren werden. Da die Qualität im Vordergrund steht, ist diese Zahl ausreichend, um genügend Aktivität zu gewährleisten. Dann könnte sich hilfswelten.de in Ruhe etablieren und von den Teilnehmern inhaltlich vorangetrieben werden.
S&S: Frau von Staegmann, wir wünschen Ihnen viel Erfolg und danken Ihnen für das Gespräch.



