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Trockengelegt - Mauerwerk der St. Jakobus Kirche bald im neuen Glanz
Schwefelhaltige Schadstoffe aus Industrie, Heizung und Verkehr haben die Luftqualität in der deutsch-polnisch-tschechischen Grenzeregion jahrzehntelang dramatisch belastet, der saure Regen an vielen Gebäuden große Schäden angerichtet. Ihre Sanierung ist aufwändig und teuer. Mit 125.000 € hilft die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) nun, die stark umweltgeschädigten Mauerverstärkungen der neugotischen St. Jakobus Kathedrale in Görlitz zu restaurieren. Das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt (IDK) soll die Arbeiten wissenschaftlich begleiten und sicherstellen, dass die Ergebnisse auch für ähnliche Restaurierungen genutzt werden können. „Die Kathedrale ist ein Zeugnis der meisterlichen Handwerkskunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ihren Fortbestand zu sichern, ist unsere Pflicht“, sagte DBU Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde heute bei der Übergabe des Förderbescheides an Ordinariatsrat Norbert Joklitschke und Domkapitular Herbert Pollack.

Vom sauren Regen gezeichnet: Die Mauerverstärkungen der St. Jakobus Kathedrale in Görlitz sollen mit finanzieller Unterstützung der DBU trockengelegt und restauriert werden. Foto: DBU
Die im Zweiten Weltkrieg durch Artilleriebeschuss stark beschädigte Kathedrale sei in der direkten Nachkriegszeit teilweise unsachgemäß repariert worden. Teile der Pfeiler, die das Mauerwerk nach innen und außen verstärken, seien über längere Zeit den schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt gewesen. Im Inneren seien sie sehr feucht, eine dichte Klinkerschicht erschwere ein Austrocknen zusätzlich. „Die Feuchte reagiert mit den zementhaltigen Fugenmörteln und bildet neue mauerschädliche Salze“, sagte Backhaus.
Um die bereits vorhandenen Schäden und das Schadenrisiko langfristig zu verringern, soll in dem zweijährigen Projekt in Zusammenarbeit mit dem IDK zunächst ein Konzept entstehen, auf dessen Grundlage die Pfeiler getrocknet werden sollen, erläuterte Brickwedde. Auch die anschließende bautechnische Umsetzung – das Rück- und Neubauen, Entsalzen, Reinigen, Trocknen und Neuverfugen – sei Teil des DBU-geförderten Projektes. Das IDK begleite den gesamten Bauvorgang und werte die möglichen Erfolge der Sanierungsstrategie aus. Brickwedde: „Die Ergebnisse dieses innovativen Projektes können Restaurierungen zahlreicher anderer, baugleicher oder –ähnlicher umweltgeschädigter Kirchen als Modell dienen.“ Die komplette Sanierung der St. Jakobus Kathedrale sehe Arbeiten im Umfang von rund 3,3 Mio. € vor.
(21/6/11; Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)



