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Ulmer Wissenschaftler erforschen die soziale Welt der Lücke-Kinder

Mit Förderung der Stiftung Ravensburger Verlag arbeitet eine Forschergruppe vom Universitätsklinikum Ulm an einer qualitativen Studie über sogenannte "Lücke"-Kinder – damit gemeint sind Heranwachsende, die zu alt für den Spielplatz und zu jung für Jugendtreff oder Party-Club sind.

Was, wenn man kein Kind mehr, aber noch kein Jugendlicher ist? Die Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen wird in Forschung und Öffentlichkeit als “späte Kindheit” oder “Vorpubertät” benannt und wurde wissenschaftlich bislang kaum beachtet. “Es gibt kaum empirisch abgesicherte Aussagen zu den entwicklungspsychologischen und soziokulturellen Besonderheiten dieser Altersgruppe”, berichtet Professor Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie und einer der Projektleiter. “Dabei werden gerade in dieser Phase des Heranwachsens entscheidende Weichen für eine gelingende oder weniger glückende Adoleszenz gestellt.”

Zu den Schwierigkeiten, denen heutige “Lücke-Kinder” ausgesetzt sind, gehören die Suche nach eigener Identität, der Wunsch nach Selbstständigkeit, die Anerkennung unter Gleichaltrigern, aber auch Risiken durch Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Der Umbruch nach dem Abgang von der Grundschule mit steigenden Leistungsanforderungen steht im Fokus ebenso wie die Herausforderungen der vernetzten Medienwelt mit der Gefahr von Cybermobbing.

Von der Forschungsstudie erwartet sich die Stiftung Ravensburger Verlag Vorschläge für eine verbesserte soziale, bildungsbezogene und freizeitpädagogische Förderung von “Lücke-Kindern”. “Gerade die Kinder in der Phase des Übergangs zum Jugendalter benötigen vielseitig begleitende Unterstützung, um eine positive Identität zu entwickeln”, sagt die Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Die Ergebnisse der Lebensfeldexpertise mit repräsentativen Umfragen in Familie, Schule und Freizeit der Kinder und Jugendlichen sollen Handlungsfelder für Eltern und Jugendhilfe aufzeigen.

(19.3.2014 | Quelle: Universitätsklinikum Ulm)

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