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Umwelttechnologieforschung: Baden-Württemberg Stiftung unterstützt zehn Forschungsprojekte
Die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt zahlreiche Forschungsprogramme mit dem Ziel, neue, innovative Methoden und Verfahren in Naturwissenschaft und Technik zu entwickeln. Nun hat sie aus insgesamt 31 Anträgen zehn Projekte im Bereich Umwelttechnologie-forschung ausgewählt, die mit rund 4 Mio. € finanziert werden. Alle Projekte leisten einen signifikanten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz und kombinieren mindestens zwei Hoch- oder Spitzentechnologien.
Von der Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz chemischer Prozesse über das Recycling von industriell bedeutsamen Rohstoffen bis hin zu effizienteren Solarzellen: Die zehn Forschungsprojekte, die die Baden-Württemberg Stiftung in ihrem neuen Forschungsprogramm finanziert, weisen eine große thematische Breite aus und befassen sich mit verschiedenen Schwerpunkten innerhalb der Umwelttechnologieforschung. Bis zu vier Kooperationspartner aus unterschiedlichsten Disziplinen arbeiten in den ausgewählten Projekten über eine Projektlaufzeit von bis zu drei Jahren zusammen.
Dr. Stefan Löbbecke vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie Pfinztal koordiniert das Projekt „Neue thermoelektrische Systeme für die energieeffiziente Auslegung und Kontrolle chemischer Prozesse“. Zusammen mit seinen Kollegen vom Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik Freiburg und zwei Kooperationspartnern von der Universität Freiburg möchte er erforschen, wie die Wärme chemischer Prozesse für eine energieautarke Versorgung von Feldgeräten, wie z. B. Sensoren und Motoren, genutzt werden kann. Im Rahmen des Projekts werden neue Strategien zur energieeffizienten Auslegung und Kontrolle chemischer Prozesse betrachtet. Die Entwicklung und Nutzung von thermoelektrischen Wandlern, die die Prozesswärme und abwärme zum energieautarken Betrieb von Prozesssensoren nutzen, steht dabei im Vordergrund. Derartige Prozesssensoren bieten in Form von Sensornetzwerken das Potenzial, die Informationsdichte signifikant zu erhöhen. Dadurch kann die Energie und Ressourceneffizienz chemischer Prozesse verbessert werden.
Auf Dauer ist absehbar, dass für einige industriell bedeutsame Rohstoffe die Ressourcen erschöpft sein werden, was ein Recycling von seltenen Stoffen zwingend notwendig macht. Dr. Paul Bellendorf vom Fraunhofer Institut für Silicatforschung Bronnbach realisiert mit der finanziellen Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung dazu gemeinsam mit zwei Kooperationspartnern von der Universität Stuttgart ein Projekt zur Herauslösung von Phosphaten aus Abwasser. Dazu sollen superparamagnetische Nanopartikel biomimetisch hergestellt werden, die ermöglichen sollen, Phosphate magnetisch aus dem Abwasser zurückzugewinnen. Wenn dies gelingt, sollen auch Anwendungsmöglichkeiten des Verfahrens auf andere Stoffe erforscht und Strategien entwickelt werden, wie das zurück gewonnene Phosphat wieder in die Wertschöpfungskette zurückgeführt werden kann.
Mit einem Forschungsprojekt über hocheffiziente Solarzellenkontakte hat sich Dr. Daniel Biro vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Kooperation mit Prof. Dr. Oliver Eibl vom Institut für Angewandte Physik der Universität Tübingen und Prof. Ute Kaiser von der Zentralen Einrichtung für Elektronenmikroskopie der Universität Ulm bei der Baden-Württemberg Stiftung beworben. Bei diesem Projekt wollen die Forscher verschiedene Technologieansätze weiterentwickeln und miteinander verknüpfen, um dadurch Verbesserungen an Metallkontakten für hocheffiziente Solarzellen zu erzielen. Als Ergebnis ihrer Prozess- und Technologieanalyse versprechen sich die Forscher eine Verbesserung der Solarzellen heutiger Bauart und deutliche Effizienzsteigerungen. Ein wichtiges Anliegen, dient doch die Photovoltaik schon heute als eine der wichtigsten Technologien im Bereich regenerativer Energiegewinnung.
Neben den genannten Projekten unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung sieben weitere zukunftsweisende Forschungsprojekte, die sich unter anderem mit mikrobiellen Brennstoffzellen für die regenerative Elektrizitätsgewinnung aus kommunalem Abwasser oder mit der Abgasreinigung durch umweltfreundlich hergestellte Supermikrofasern befassen. Mit diesem Forschungsprogramm will die Baden-Württemberg Stiftung nicht nur die Umwelttechnologieforschung und den Technologiestandort im Land stärken, sondern auch ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit weiter ausbauen. (25/03/11; Quelle: BAden-Würemberg-Stiftung9



