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Verein zieht Finanzierungszusage zurück

Die Finanzierung des geplanten Jüdischen Museums in Köln ist endgültig gescheitert. Der private Trägerverein sieht sich nicht in der Lage, das auf dem Kölner Rathausplatz geplante Projekt zu bezahlen.

Die Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur wird das Projekt nicht finanzieren können. Das haben der Vorsitzende Benedikt Graf von Hoensbroech und der Geschäftsführer Dr. Helmut Fußbroich dem Oberbürgermeister sowie den Vorsitzenden der großen Ratsfraktionen gestern in einem Schreiben mitgeteilt.

Über den Wettbewerbsentwurf zum Museum sei der Verein sehr glücklich. „Nicht glücklich sind wir allerdings über die allgemeine wirtschaftliche Situation, die die in Aussicht gestellten Spenden hinfällig hat werden lassen“, schreibt der Vereinsvorstand. Und weiter: „Um für die Beteiligten eine stabile Entscheidungsgrundlage zu schaffen, erklären wir hiermit, dass wir zu unserem großen Bedauern von der Finanzierung des Baues und dessen Betrieb als Museum Abstand nehmen müssen und auch tun.“

Damit sei wegen der fehlenden Gesamtfinanzierung aber auch die Zusage eines Stifters über die erste Million Euro hinfällig geworden, heißt es in dem Brief. Der – bisher nicht benannte – Stifter habe sich aber angesichts der Qualität des Entwurfs bereit erklärt, den bereits in Rechnung gestellten Vereinsanteil an den Planungskosten in Höhe von 610.000 € zu übernehmen. Bedingung: Die Stadt setzt die „große Lösung“ um und nicht das reduzierte Modell.

Im August letzten Jahres stimmte der Rat mehrheitlich für die Planung von Archäologischer Zone und jüdischem Museum, die unter einem gemeinsamen Dach Platz finden sollten. An seine Zustimmung zum jüdischen Museum hat er allerdings die Bedingung geknüpft, dass der Förderverein die Hälfte der Planungskosten und vollständig Bau- wie Betriebskosten übernimmt. Das hatte der Verein auch zugesagt. Nachdem er jedoch Zahlungsfristen mehrfach verstreichen ließ, hat Oberbürgermeister Fritz Schramma vorgeschlagen, die Stadt könnte den Bau in reduziertem Umfang errichten und die Ausstellung von Judaika in die Archäologische Zone integrieren.

Schramma zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht darüber, dass sich der Verein nicht in der Lage sieht, seine Zusagen zu erfüllen. Das bedeute, dass die im Ratsbeschluss formulierten Voraussetzungen nicht erfüllt seien und es für die Planungs-, Bau- und Betriebskosten keine Deckung gebe. Der Rat müsse nun entscheiden, inwieweit die Stadt in die Bresche springe, so Schramma. Eine reduzierte Variante bedeute auch reduzierte Kosten. Der Kulturdezernent werde einen entsprechenden Vorschlag erarbeiten. Zu dem Angebot des Stifters erklärte der OB, er halte es für sinnvoller, wenn sich der Sponsor beim möglichen Aufbau der Abteilung zur jüdischen Kunst und Kultur einbringe. (03/07/08; Quelle: Kölner Stadtanzeiger)

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