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Vossloh-Stiftung fördert Sicherheit auf der Schiene

Die Karl Vossloh-Stiftung hat auf ihrer jüngsten Kuratoriumssitzung beschlossen, die mechanische Sicherheit zum Schwerpunkt ihrer diesjährigen Förderung zu machen. Zwei renommierte deutsche Forschungsinstitute erhalten jeweils eine Förderung von etwa 300.000 €, um in den nächsten drei Jahren neue Erkenntnisse für den Schienen- und Zugbau zu gewinnen.

Für einen sicheren Schienenverkehr muss nicht nur die Elektronik funktionieren, auch die Mechanik von Zügen und Schienen muss höchsten Belastungen standhalten, um einen sicheren Personen- und Güterverkehr zu gewährleisten.

Manuela Sander, Professorin an der Universität Rostock, erhält die Gelder, um ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man die Lebensdauer von Radsatzwellen abschätzen bzw. die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs vorhersagen kann. Hierzu werden umfangreiche Belastungsmessungen an verschiedensten Radsätzen vorgenommen. Kleinste Schäden werden erfasst und weiterfolgt, bis es zu einem Bruch der Welle kommt. Mit Hilfe mathematischer Modelle werden dann Inspektionsintervalle festgelegt, in denen Radwellen regelmäßig auf kleinste Risse untersucht werden sollen, um zukünftige Brüche zu verhindern. Nicht nur im Personenschnellverkehr, sondern auch bei Güterbahnen oder Straßenbahnen wird dieses effektive Verfahren für ein höheres Maß an Sicherheit sorgen.

Stephan Freudenstein, Professor der Technischen Universität München wird sich einem bisher wenig beachteten Problem widmen: den sogenannten Schienenriffeln, also regelmäßig auftretende Vertiefungen entlang des Gleises. Von diesen ist weder bekannt, wie und unter welchen Bedingungen sie genau entstehen, noch welche Folgen sie haben. Fährt ein Zug über eine Riffelstrecke, so wird das gesamte Gleis, die Schwellen, die Gleisklemmen und der Schotter in Schwingungen versetzt. Die neue Forschung soll nun diesen Schädigungsmechanismus genauer untersuchen und Lösungsansätze liefern, wie die einzelnen Komponenten angepasst werden müssen, um Schäden, Brüche und damit auch schwere Unfälle zu verhindern.

Die Professoren Sander und Freudenstein haben sich in einer öffentlichen Ausschreibung gegenüber einer Reihe weiterer Mitbewerber durchgesetzt. Jedes Jahr schreibt die Karl Vossloh-Stiftung Projektförderungen rund um das Themengebiet Mobilität aus. Im Jahr 2012 wurden Projekte zur Elektromobilität und Schienenlogistik gefördert.

Mit diesen Fördermaßnahmen leistet die Karl Vossloh-Stiftung nicht nur einen Beitrag zur Sicherheit im Schienenverkehr, sie fördert auch junge Wissenschaftler, die in den Projekten die Gelegenheit zur Promotion bekommen. In Rostock werden voraussichtlich zwei junge Maschinenbauer und in München ein junger Bauingenieur ihren Doktorhut bekommen.

Die Karl Vossloh-Stiftung wurde 1995 von den Schwestern Anni und Reinhild Vossloh in Gedenken an ihren Vater Karl Vossloh gegründet. Dieser entwickelte 1927 den “hochspannenden Federring”, eine elastische Verbindung zwischen Schwellen und Schienen, die seitdem von vielen Bahngesellschaften international verwendet wird. Neben der Förderung von Wissenschaft und Forschung verfolgt die Stiftung – ganz im Sinne der christlichen Tradition der Familie Vossloh – auch mildtätige Zwecke. Insgesamt fördert die Stiftung jährlich Projekte in Höhe von 300.000 bis 500.000 €.

(21.11.2013 | Quelle: Karl Vossloh-Stiftung)

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