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Weisser Ring Stiftung vergibt ersten Forschungsauftrag

Ein Forschungsteam der Universitäten Heidelberg und Gießen sowie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim soll untersuchen, wodurch Kriminalitätsopfer im Rahmen der Ermittlungsarbeit besonders belastet werden.

Vernehmungen, Spurensicherung und andere Maßnahmen greifen neben der Tat selbst in das Leben der Opfer ein. Sie müssen sich für mehrere, unter Umständen sich wiederholende Befragungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen – und unter Umständen auf diese Weise die Tat selbst und die damit verbunden Ängsten und Leiden noch einmal “durchleben”. Es kommt auch vor, dass das Opfer auch unsensibler Gesprächsführung und Misstrauen der Ermittlungsbeamten gegenüber den eigenen Aussagen zu leiden hat.

Die Studie legt zum ersten Mal den Fokus ausdrücklich auf das Opfer einer Straftat im Ermittlungsfahren”, sagt Roswitha Müller-Piepenkötter, Vorsitzende des Stiftungs-Kuratoriums. “Des Weiteren soll sie fundiert die politischen Forderungen des Weissen Rings wissenschaftlich untermauern.”

Empirisch soll untersucht werden, welche verfahrensimmanenten und eventuell vermeidbaren Belastungen für Kriminalitätsopfer bestehen und welche Ermittlungsmethoden von ihnen als unterstützend wahrgenommen werden. Aufgrund der Untersuchungsbefunde werden Handlungsempfehlungen an Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte erarbeitet. Das Forschungsprojekt wird etwa ein Jahr dauern. Gestartet ist es am 1. August 2015.

Sowohl der Gesetzgeber als auch die Ermittlungsbehörden haben durch Opferschutzgesetze und Opferbeauftragte der Polizei in den vergangenen Jahren bereits Maßnahmen eingeleitet, um den Bedürfnissen von Kriminalitätsopfern Rechnung zu tragen. Es bleiben aber Lücken – beispielsweise hinsichtlich der Fragen, ob Techniken wie die Videovernehmungen bereits positive Auswirkungen auf die Opfer von Straftaten hatten, welche Belastungen für Opfer unvermeidlich bleiben und welche abgemildert oder sogar gänzlich vermieden werden können. Das erste Forschungsprojekt der Ende 2012 gegründeten Stiftung soll diese Lücke schließen.

(31.8.2015 | Quelle: Weisser Ring Stiftung)

Website zur Weisser Ring Stiftung

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