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Windenergieanlagen gefährden das Ökosystem Wald

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, derzufolge der rasante Ausbau von Windenergieanlagen ein Risiko für den Wald und dort besonders Vögel und Fledermäuse darstellt.

“Wildtiere dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein. Die Energiewende braucht eine Wende zugunsten der Natur”, fordert Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

In Deutschland fallen Jahr für Jahr bis zu 240.000 Fledermäuse Windkraftanlagen zum Opfer. Sie können zwar den Rotoren auch im Dunkeln ausweichen, aber im Unterdruck auf der Rückseite der Anlagen platzen ihre Lungen. Experten sprechen vom Barotrauma. “Die meisten heimischen Fledermausarten stehen auf der Roten Liste”, sagt Dr. Klaus Richarz.

Besonders sensibel reagieren auch Vogelarten wie der extrem seltene Schreiadler, der Rotmilan und der Schwarzstorch. So halbierte sich beispielsweise der Brutbestand des seltenen Schwarzstorchs am hessischen Vogelsberg nach dem Bau von 125 Windkraftanlagen in einem Zeitraum von nur sechs Jahren. Schwarzstörche sind sehr störempfindlich. Viele Greifvögel hingegen sterben durch Kollisionen mit den Rotorblättern.

Diese Tatsachen sind durchaus bekannt: Mit dem “Helgoländer Papier” liegen Empfehlungen aller 16 staatlichen Vogelschutzwarten zum Schutz von Vogelarten bei Planung und Bau von Windkraftanlagen vor. Die aktuelle Fassung dieses Papiers wird allerdings zurückgehalten. Sie wäre ein Hemmnis zum Ausbau der Windenergie. “Ungeachtet all dieser dramatischen Ergebnisse werden Windkraftanlagen sogar in Europäischen Schutzgebieten geplant und gebaut”, kritisiert Fritz Vahrenholt.

Das Ziel der Bundesregierung, den Rückgang von Biodiversität bis zum Jahr 2020 aufzuhalten, gerate durch einen gedankenlosen Ausbau der Windenergie in ernste Gefahr. Die Öffnung des Waldes als Standort für Windenergieanlagen führt zur Gefährdung seltener Arten. “Buchenwälder müssen zur Tabuzone erklärt werden”, sagt Dr. Klaus Richarz.

(12.11.2014 | Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung)

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