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Zentraler Lern- und Erinnerungsort für die Region Hannover

Nach 15 Monaten Bauzeit feierlich eröffnet: Die neue Gedenkstätte Ahlem steht seit dem 25. Juli 2014 für Besucher offen.

“Die Gedenkstätte Ahlem soll ein Erinnerungsort sein für die 2.946 Menschen, für die Ahlem eine Station auf dem Weg in den Tod war. Sie soll aber auch ein außerschulischer Lern- und Informationsort für die nachwachsenden Generationen sein”, erklärte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Eröffnung.

Auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule ist ein Informations-, Bildungs- und Gedenkzentrum entstanden, dessen Strahlkraft weit über die Grenzen der Region Hannover hinausreicht. Das Besondere des Ortes liegt darin begründet, dass er von jüdischer Kultur und Hoffnung, aber auch von Verbrechen und Vernichtung zu berichten weiß: Von 1893 an wurden an der Heisterbergallee jüdische Jungen und Mädchen in Gartenbau und Handwerksberufen ausgebildet. Dann kamen 1941 die Nazis und missbrauchten den Ort als Sammelstelle für Deportationen. Ab 1943 waren Folter – später Morde – in dem “Polizei-Ersatzgefängnis” für Zwangsarbeiter, politische Häftlinge, Sinti und Roma bis zur Befreiung blutiger Alltag. Die neue Gedenkstätte macht das eine wie das andere Kapitel der Geschichte sichtbar.

Ein neues Eingangsgebäude ist entstanden, dessen gläsernes Foyer den Blick auf den Außenbereich der Anlage lenkt. Dieser nimmt in seiner Gestaltung Bezug auf den alten Schulgarten. Er wurde vom Landschaftsarchitekten Marcus Cordes gestaltet: “Mit der Überlagerung und Durchdringung der in das Parkgrundstück integrierten Schulgartenstrukturen sowie den als Rasenschneisen ausgebildeten Fluchtlinien wird die für die Geschichte dieses Ortes so bezeichnende Ambivalenz hervorgehoben.” Ein Weg parallel zur Heisterbergallee verbindet die unterschiedlichen Bereiche der Dokumentations- und Gedenkstätte miteinander.

Die Kosten für die Umgestaltung der Gedenkstätte Ahlem belaufen sich auf rund 6,3 Mio. €, die von der Region Hannover getragen werden. Förderpartner der Umgestaltung sind der Förderverein der Gedenkstätte Ahlem e.V., die Sparkasse Hannover, das Land Niedersachsen, der enercity-Fonds proKlima, die Stiftung Niedersachsen, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie die Klosterkammer Hannover.

(25.7.2014 | Quelle: Region Hannover)

Website zur Gedenkstätte Ahlem

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