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Heftige Kritik an Bertelsmann Stiftung
Ein neues Buch erhebt Vorwürfe gegen die Bertelsmann Stiftung. Journalist Thomas Schuler zweifelt in dem am Montag erschienenen Band "Bertelsmann Republik Deutschland" die Gemeinnützigkeit der Stiftung an und wirft ihr Intransparenz sowie politische Einflussnahme etwa bei der Hartz-IV-Gesetzgebung vor. Die Stiftung wies diese Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück.
“Wir teilen diese Darstellung nicht, vor allem wird sie aber der heutigen Ausrichtung und Arbeit der Bertelsmann Stiftung nicht gerecht”, erklärte Vorstandsvorsitzender Gunter Thielen in einem Statement. Schuler kritisierte unter anderem die Arbeitsfelder der Stiftung, die von dem verstorbenen Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn gegründet worden war. “Gemeinnutz im Verständnis von Reinhard Mohn ist erstaunlicherweise oft gerade das, was seinem Unternehmen nutzt. Das ist das eine Problem. Das andere ist, dass die Stiftung sich ungeniert der Politik annähern kann”, zitiert das “Westfalenblatt” den Autor. Als Beispiele führt er Entscheidungen im Medien- und Stiftungsrecht an. Schuler berichtet auch von einer engen Freundschaft zwischen Reinhard Mohns Witwe Liz und dem Ex- Bundespräsidenten Roman Herzog. Zugleich prangert der Autor an, die Stiftung erhalte nicht den angemessenen Gewinnanteil. Sie besitzt rund 77 % an Europas größtem Medienkonzern.
Schuler sieht die Stiftung als Instrument, Gewinne im Konzern zu behalten. Die Stiftung verwahrte sich gegen diese Darstellung. “Den Angriff auf unseren gemeinnützigen Status weisen wir entschieden zurück. Wir werden regelmäßig von den Steuerbehörden und der Stiftungsaufsicht geprüft bis heute gibt es keine Beanstandungen”, betonte dazu Vorstandschef Thielen. Die Stiftung arbeite “unabhängig von den Interessen der Bertelsmann AG” und wahre parteipolitische Neutralität. “Ich hätte mir eine Auseinandersetzung mit der Stiftung gewünscht, die an aktuellen Positionen und Projekten ansetzt.”
Thomas Schuler schreibt als freier Journalist unter anderem für die “Süddeutsche Zeitung”, die “Berliner Zeitung” und die “Neue Zürcher Zeitung”. 2004 war bereits seine Biografie “Die Mohns” erschienen. (10/08/10; Quellen: Westfalenblatt, ARD, taz)



