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Langzeitstudie "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" vorgestellt
Am Montag stellte der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer in Berlin den zehnten Bericht der Langzeitstudie "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" vor. Die Studie untersuchte seit 2002 die Ausmaße, Entwicklungen und Ursachen von Vorurteilen. Das Forschungsprojekt ging der Frage nach, wie Menschen aufgrund von ethnischen, kulturellen oder religiösen Merkmalen, der sexuellen Orientierung, des Geschlechts, einer körperlichen Einschränkung oder aus sozialen Gründen in dieser Gesellschaft von der Mehrheit wahrgenommen werden und mit feindseligen Mentalitäten konfrontiert sind.
Zehn Jahre lang haben Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer und Forscherteams in Bielefeld, Marburg, Gießen und Göttingen die Einstellung der deutschen Bevölkerung zum vermeintlich “Fremden” und “Anderen” untersucht. Ihre akribisch durchgeführten, in regelmäßigen Abständen wiederholten Befragungen haben Einstellungen aufgedeckt, die zusammengenommen eine “Ideologie der Ungleichwertigkeit” ergeben.
Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, Islamfeindlichkeit und Sexismus – diese sechs Elemente gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – sind in Deutschland erschreckend weit verbreitet. Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Langzeitstudie finden Sie auf der Website des Bielefelder Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung.
Das Vorhaben ist das weltweit größte Vorurteilsprojekt, sowohl durch die 10-jährige Laufzeit als auch aufgrund der differenzierten Berücksichtigung verschiedener Vorurteile und ihrer Ursachen. Gefördert wurde die Studie von einem Stiftungskonsortium unter Federführung der VolkswagenStiftung mit Beteiligung der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung und der Freudenberg-Stiftung. Insgesamt hat die VolkswagenStiftung für die Durchführung der Langzeitstudie rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Bände 1 bis 10 “Deutsche Zustände” sind im Suhrkamp-Verlag erschienen. (14/12/11; Quelle: ots/VolkswagenStiftung)



