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Studie über Verbleibeabsichten internationaler Studierender

Der Forschungsbereich des auf Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurückgehenden Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) legt zu seinem Start eine Studie über die Verbleibeabsichten internationaler Studierender vor. Demnach fühlt sich fast die Hälfte der knapp 2.600 befragten internationalen Studierenden in Deutschland schlecht informiert über Bleibemöglichkeiten. Nur ein gutes Drittel der Befragten glaubt, dass internationale Studierende nach Abschluss ihres Studiums willkommen sind, in Deutschland zu arbeiten.

Zum Start des Forschungsbereichs des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen fuür Integration und Migration sind erste Ergebnisse eines For- schungsprojekts über die Verbleibeabsichten internationaler Studierender in Deutschland veröffentlicht worden. Die Befragung von knapp 2.600 Studierenden von Master- oder Promotionsstudiengängen zeigt den hohen Stellenwert, den ein Verbleib im Studienland nach dem Abschluss hat: Für über die Hälfte der Befragten (52,9 %) ist dies ein wichtiges oder sehr wichtiges Kriterium für die Wahl des Studienlandes. Doch trotz vergleichsweise liberaler Regelungen in Deutschland fällt die Einschätzung der befragten internationalen Studierenden in Deutschland hinsichtlich der tatsächlichen Bleibemöglichkeiten negativ aus. Nur ein gutes Drittel (36,5 %) glaubt, dass internationale Studierende nach Abschluss ihres Studiums willkommen sind, in Deutschland zu arbeiten. Fast ein Drittel (27 Prozent) hat den Eindruck, dass internationale Absolventen nach ihrem Studium in Deutschland nicht willkommen seien. Zudem vermissen viele Studierende konkrete Informationen zu den rechtlichen Möglichkeiten, nach dem Abschluss in Deutschland zu bleiben. Fast 50 Prozent fühlen sich „schlecht“ oder „gar nicht“ informiert. Ein Drittel fühlt sich „etwas informiert“. Nur 16 Prozent fühlen sich über die rechtlichen Regelungen „gut“ oder „sehr gut“ informiert.

„Internationale Studierende nehmen Deutschland immer noch als ein Land mit relativ strengen Einwanderungsbestimmungen wahr, obwohl die Regelungen 2005 und 2007 liberalisiert worden sind“, erläuterte Dr. Gunilla Fincke, Direktorin des SVR-Forschungsbereichs. Die neuen Regelungen seien offenbar noch zu wenig bekannt. Es fehle auch an einem klaren Signal des Willkommens. Bemerkenswert ist: Je besser sich die internationalen Studierenden informiert fühlen, umso positiver schätzen sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Verbleib ein. Die persönlichen Chancen, nach dem Studium einen der Qualifikation entsprechenden Job zu finden, schätzen die Befragten optimistisch ein: Knapp die Hälfte (48,8 %) bejahen dies, nur 21,9 Prozent sind pessimistisch. Das Interesse, einen Job in Deutschland zu suchen, ist groß: 61 Prozent würden nach dem Abschluss ihres Studiums in Deutschland bleiben, wenn es einfacher wäre, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Das spricht für die Attraktivität Deutschlands.

„Die Chancen, internationale Studierende für den Verbleib in Deutschland zu gewinnen sind gut. Um diese Chance nicht zu verschenken, müssen wir Hürden beseitigen“, so Dr. Gunilla Fincke. Notwendig seien verbesserte Informationsmöglichkeiten wie z.B. ein zentrales Online- Informationsportal, das auf internationale Studierende und junge Absolventen aus Drittländern zugeschnitten sei. Zudem müssten Hürden wie stark eingeschränkte Arbeitszeiten und daraus resultierende zu geringe Verdienstmöglichkeiten im ersten Jahr der Arbeitsuche nach dem Stu- dienabschluss beseitigt werden, forderte Fincke. „Internationale Studierende sind jung, gut ausgebildet, sprechen in der Regel schon gut Deutsch und sind mit Land und Leuten vertraut – sie sind Idealzuwanderer“, sagte Fincke. „Deutschland sollte – im eigenen Interesse – ein deutliches Signal des Willkommens senden. Internationale Absolventen können ein großer Gewinn für Deutschland sein, gerade angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels.“

Das Forschungsprojekt Value Migration zu internationalen Studierenden ist als vergleichende Untersuchung der fünf EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden und Niederlande angelegt. Die Ergebnisse der Befragung in den EU-Staaten werden im Frühjahr 2012 veröffentlicht. Die Studie wird in Kooperation mit der Migration Policy Group (MPG) durchgeführt und von der Stiftung Mercator gefördert. (01/12/11; Quelle: VolkswagenStiftung)

Hier steht die Studie zum Download bereit

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