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Vom Stiften, Schenken und Fördern
Neue Studie zum Hamburger Stiftungswesen vorgestellt
Die Studie „Stiftungsstadt und Bürgertum“ des Historikers Michael Werner wurde in Hamburg vorgestellt. Diese Publikation bildet den Auftakt einer von der ZEIT-Stiftung initiierten Reihe zur Erforschung des Stiftungswesens in der Hansestadt.
In Zeiten des deutschen Kaiserreichs engagierten sich Stiftungen vor allem beim Bau von Wohnstiften. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Kriegsopferfürsorge zu einem neuen Betätigungsfeld. In der Weimarer Republik führte die grassierende Inflation zum Niedergang von Stiftungsbereitschaft und Stiftungsvermögen. Mit der Zäsur des Nationalsozialismus begann die politische Vereinnahmung und Aushöhlung des Stiftungswesens, beispielsweise wurde den jüdischen Stiftungen durch Satzungs- und Steueränderungen die Daseinsberechtigung entzogen. Die Studie des Gießener Historikers zeichnet die Grundzüge der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Hamburg nach – und versteht sich als Teil der Grundlagenforschung zur städtischen Stiftungskultur. Sie enthält zahlreiche Biographien von Stiftern und historische Porträts von Stiftungen.
Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung, sagte zur Begrüßung im Bucerius Kunst Forum: „Wir können aus der Erforschung der Hamburger Stiftungsvergangenheit lernen und mit diesem Wissen kritischer prüfen, welchen Einflussfaktoren unsere Stiftungen heute ausgesetzt sind, wie unser Verhältnis zu Bürgern und Staat sich gestaltet und wie wir diese privaten Einrichtungen langfristig sichern.“
Stiftungsstadt und Bürgertum.
Hamburgs Stiftungskultur vom Kaiserreich bis in den Nationalsozialismus,
500 Seiten, Oldenbourg Verlag, München 2011
54,80 €, ISBN 978-3-486-70239-2
(29/11/11; Quelle: ZEIT-Stiftung)



