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Woher soll der Strom in Zukunft kommen?

Forschungsprojekt untersucht gesellschaftliche Akzeptanz von Energietechnologien - Stiftung Mercator fördert Studie am Zentrum für Risikoforschung der Universität Stuttgart mit 360.000 €

Der Energiemix der Zukunft in Deutschland ist noch offen und wird derzeit intensiv diskutiert. Hätten Sie die Wahl, für welche technologischen Optionen würden Sie sich entscheiden? Eine Studie des Interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Risiko und nachhaltige Technikentwicklung an der Universität Stuttgart (ZIRN) unter der Leitung von Ortwin Renn und Dirk Scheer erforscht die gesellschaftliche Akzeptanz klimaverträglicher Energiemixe.

Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung für energiepolitische Entscheidungsprozesse im Hinblick auf die Kommunikation, technische Ausgestaltung und Einführungsdynamik CO2-reduzierender Maßnahmen im Stromsektor. Die Stiftung Mercator fördert das Projekt mit 360.000 Euro.

Bis die notwendige vollständige Umstellung des Energiesystems auf regenerative Energiequellen abgeschlossen ist, bedarf es weiterer CO²-armer Technologien, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Hierfür gibt es unterschiedliche Optionen, z.B. die CO²-Abscheidung und Speicherung (CCS). Welche Kombination von Technologien die vielversprechendste ist, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, ist politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich umstritten. Wesentliche Eckpunkte für die Weiterentwicklung des Energiesystems werden mit dem für diesen Herbst angekündigten Energiekonzept der Bundesregierung festgelegt.

Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator: „Welcher Energiemix in Deutschland realisiert werden wird, hängt neben der technologischen und ökonomischen Machbarkeit zentral von der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Die Stiftung Mercator unterstützt das Projekt des ZIRN, weil es Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die anstehenden richtungsweisenden energiepolitischen Weichenstellungen Wissen darüber an die Hand gibt, wie vorhandene Einstellungen zu Energietechnologien zustande kommen und welche Technologien aus welchen Gründen gesellschaftlich mitgetragen werden.“

Zur Methodik: In den folgenden Wochen werden Fokusgruppen zusammengestellt, die aus acht bis zehn Personen aus unterschiedlichen Regionen und sozialen Bereichen bestehen. Den Teilnehmern werden leicht verständliche Informationsmaterialien über den Stand der Wissenschaft zu Technikoptionen und Energieportfolios zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis diskutieren und bewerten sie dann die energiepolitischen Optionen im Kontext von klimapolitischen Zielsetzungen, verbraucherbezogenen Implikationen und den persönlichen Alltag betreffenden Prioritäten. Als Ergebnis wird deutlich werden, welche Energietechnologien und Energiemixe Bürgerinnen und Bürgern unter Abwägung ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile priorisieren und für zukunftsfähig halten. „Damit“ – so Ortwin Renn – „ermitteln wir empirisch den Grad der Technikakzeptanz auf der Basis fundierter und informierter Urteilsbildung. Das Ergebnis kann wichtige Impulse für die künftige Energiepolitik und die Ausgestaltung eines klimaverträglichen, nachhaltigen und sozialverträglichen Energiemixes in Deutschland geben“. Erste Zwischenergebnisse werden im Laufe des Jahres 2011 vorliegen und im Frühjahr 2012 soll die Studie veröffentlicht werden. (02/09/10, Quelle: Stiftung Mercator)

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