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10 Jahre Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“

Während eines festlichen Empfangs anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ würdigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Beisein von fast 200 geladenen Gästen in der Niedersächsischen Landesvertretung (Berlin) die Bedeutung der Arbeit der Stiftung EVZ. Die Bundesregierung sehe es als ihre Aufgabe an, die Erinnerung an das NS-Unrecht wachzuhalten. Die Stiftung EVZ habe sich „insbesondere in den Ländern Mittel- und Osteuropas, in Israel und den USA - zu einer anerkannten Botschafterin der Bemühungen Deutschlands um Versöhnung entwickelt - zunächst vor allem durch die Auszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter und inzwischen durch ihre Projektförderung.

Foto: Andreas Franke

Mit der Gründung der Stiftung EVZ im Jahre 2000 habe sich Deutschland parteiübergreifend seiner Geschichte gestellt.

„Die Stiftung EVZ konnte im Ergebnis dazu beitragen, dass es heute eine größere Sensibilität im Umgang mit NS-Unrecht gibt.“, stellte der Historiker Prof. Dr. Lutz Niethammer in seiner Rede fest. Die Stimmen der Opfer seien ausschlaggebend, um die bisherige Arbeit der Stiftung EVZ zu bewerten, so der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Dr. Michael Jansen: „Die wichtigste Resonanz auf die bisherige Arbeit der Stiftung EVZ ist die der Überlebenden, die die späten Zahlungen als Genugtuung empfanden.“ Im Jahr 2007 konnte die Stiftung EVZ ihre erste Aufgabe, die Auszahlungen in Höhe von 4,4 Mrd. € an 1,66 Mio. Zwangsarbeiter, beenden.

Heute stehe die Stiftung EVZ für Versöhnung, Verständigung und eine bessere Zukunft, so der polnische Botschafter a.D. und Kurator der Stiftung, Jerzy Kranz. Für die deutsch-polnischen Beziehungen seien die späten Auszahlungen und viele gemeinsame Projekte ein Durchbruch gewesen.

Der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung EVZ und Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbands Deutscher Versicherer, Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, verlieh seiner Sorge Ausdruck, „dass all das Erreichte gefährdet ist, wenn es nicht weiterhin gelingt, in gemeinsamer Verantwortung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, den letzten Überlebenden von KZ-Haft und anderen unmenschlichen Verbrechen zu ermöglichen, ihre letzten Lebensjahre in Würde zu verbringen.“

Die Vermittlung von Wissen über die NS-Verbrechen an künftige Generationen sind auch dem Überlebenden und Repräsentanten der Jewish Claims Conference (JCC) und des Staates Israel, Noach Flug, ein besonders wichtiges Anliegen: „Die Welt soll erkennen, wie das Unrecht organisiert wurde und wie es funktionierte. Dies soll dokumentiert werden und nachfolgenden Generationen erklärt werden.“ (29/06/10; Quelle: Stiftung EVZ)

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