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700. Stiftung in Berlin: Deutsche Stiftung Verbraucherschutz anerkannt
Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz ist von der Senatsverwaltung für Justiz in Berlin als rechtsfähig anerkannt worden. Damit gibt es nunmehr 700 Stiftungen mit Sitz in der Bundeshauptstadt. Wegen dieses besonderen Anlasses überreichten Justizsenatorin Gisela von der Aue und die Beauftragte des Senats für Bürgerschaftliches Engagement, Staatssek-retärin Monika Helbig, die Anerkennungsurkunde persönlich an den Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) Gerd Billen.
Das Institut für Stiftungsberatung (Berlin) hat den vzbv bei der Entwicklung und Umsetzung der Initiative beraten. Dabei konnte es auf das Modell der Gemeinschaftsstiftung zurückgreifen, das es erstmals in Deutschland eingeführt und über eine ganze Reihe erfolgreicher Gründungen verbreitet hat. Die neue Stiftung ist offen für Zuwendungen von Unternehmen, Privatpersonen und Organisationen der Zivilgesellschaft. Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz soll durch die Förderung von Verbraucherinformation und Verbraucherschutz der wachsenden Komplexität der modernen Konsumwelt gerecht werden.
Angesichts globalisierter Märkte und eines ständig wachsenden Produktangebots wird die Situation für Verbraucher zunehmend undurchsichtiger. Wer neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen nutzt, kennt nicht in jedem Fall seine Rechte und kann nicht immer die Folgen seiner Entscheidungen einschätzen, muss aber gleichzeitig auf Sicherheit und Qualität vertrauen können. Hier setzt die Stiftung an, die Mittel für die Arbeit der Verbraucherorganisationen bereitstellen soll. Diese können so ihre Rolle als Marktwächter und unabhängige Verbraucher-schütz besser wahrnehmen. Es bedurfte ergänzender, zukunftsorientierter Finanzierungsformen für die unabhängige Verbraucherarbeit, um den gewachsenen Anforderungen an Aufklärung, Information, Beratung, Interessenvertretung, Marktbeobachtung und Rechtsdurchsetzung gerecht werden zu können. Die Stiftung ist das optimale Instrument, um zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen und nachhaltig bereitzustellen.
Innovativ und erfolgreich: Das Modell Gemeinschaftsstiftung
Begleitet wurde die Initiative vom Berliner Standort des Instituts für Stiftungsberatung. Es wurde im Jahr 1990 vom vormaligen Geschäftsführer der Bertelsmann Stiftung, Dr. Hans-Dieter Weger, gegründet und konnte seitdem bereits mehrere hundert Stiftungen, Vereine und Gesellschaften in ganz Deutschland bei der Gründung erfolgreich unterstützen und bei ihrem Wirken betreuen. Im Jahre 1996 begleitete es für die Arbeiterwohlfahrt Essen die Gründung der deutschlandweit ersten Gemeinschaftsstiftung, deren Stifterkreis und Vermögen seither kontinuierlich gewachsen ist.
Auch für die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz ist das Gemeinschaftsstiftungsmodell optimal. Schon bei der Stiftungserrichtung hatte sich eine „Stiftergemeinschaft“ zusammengefunden, die nun durch weitere (Zu-)Stifter wachsen soll. Mitstifter der Deutschen Stiftung Verbrau-cherschutz sind neben dem vzbv der Deutsche Mieterbund, die Verbraucherzentralen Bremen und Sachsen-Anhalt sowie der Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat zugestimmt, Mittel im Haushalt des vzbv für die Stiftungsgründung umzuschichten.
Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz wirbt nun weitere Zustiftungen und Spenden ein. Sie bietet darüber hinaus die Möglichkeit, treuhänderisch die Verwaltung nichtrechtsfähiger Stiftungen zu übernehmen und Fonds aufzubauen, dessen Erträge langfristig die Arbeit der Verbraucherschutzorganisationen finanzieren. Auch eigene Projekte sollen durchgeführt werden.
Dr. Christoph Mecking vom Institut für Stiftungsberatung in Berlin:„ Viele Mitgliedsorganisationen haben in den letzten Jahren ihre individuelle strategische Chance erkannt und eine eigene Stiftung in Form einer Gemeinschafts-, Dach- oder Verbundstiftung errichtet. Zu deren großen Vorteilen zählt die ausdrückliche Offenheit für private und öffentlich motivierte Investitionen, durch die die Stiftung im Laufe der Zeit ausgebaut und vergrößert werden kann. So passt sie sich ideal zukünftigen Bedingungen und Bedürfnissen an.“
Schlank und funktional: Struktur der Stiftung
Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz ist keine neue Verbraucherorganisation. Vielmehr unterstützt sie die bewährten Strukturen der Verbraucherarbeit auf Bundes- und Landesebene. Um den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich zu halten, ist der Stiftungsvorstand eng an die Organisationsstruktur des vzbv angebunden. So übernimmt der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Gerd Billen, die Funktion des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds der Stiftung. Als Aufsichtsgremium fungiert der Stiftungsrat. Im ebenfalls Stiftungskuratorium sollen schließlich alle Personen vertreten sein, die als Stifter, Zustifter oder Zuwendungsgeber zum Vermögen der Stiftung oder sonst in besonderer Weise zur Verwirklichung des Stiftungszwecks beigetragen haben. Alle Gremienmitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gehört zu den ständigen Kuratoriumsmitgliedern. (26/07/10; Quellen: Institut für Stiftungsberatung, VZBV)



