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Erfolgreiche Arbeit für Menschen mit Hilfebedarf
Stiftung Liebenau legt Jahresbericht 2010 vor
LIEBENAU - Strategische Kontinuität einerseits und gezielte Investitionen andererseits haben das Jahr 2010 zu einem erfolgreichen Jahr für die Stiftung Liebenau, ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen werden lassen. Dieses Ergebnis findet sich im Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Die Vorstände der Stiftung Liebenau (v.l.) Dr. Markus Nachbaur, Dr. Berthold Broll und Prälat Michael H. F. Brock präsentieren den Jahresbericht 2010. / Foto: Stiftung Liebenau
Die Strategie der Stiftung Liebenau ist langfristig ausgerichtet. Wesentliche Merkmale des Stiftungshandelns sind soziale und ökologische Nachhaltigkeit, Innovation und wirtschaftliche Verantwortung. “Wir legen Wert auf dauerhafte und vor allem präventive Aktivitäten”, erläutert Stiftungsvorstand Dr. Berthold Broll. Fachliches Ziel ist, Menschen mit Hilfebedarf eine möglichst unbehinderte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Die dafür erforderliche Unterstützung sollen sie individuell zugeschnitten und in ihrem direkten Lebensumfeld erhalten.
Angebotsvielfalt sichern
Der größte Tätigkeitsbereich ist die Altenhilfe mit etwa 80 Einrichtungen und Diensten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, rund 2 600 Mitarbeitern und Pflege- und Wohnangeboten für rund 3 600 Personen. An zwei neuen Standorten (Scheer und Baienfurt) wurden Pflegeheime mit einer kleinräumigen und wohnortnahen Struktur errichtet, für weitere Standorte entsprechende Verträge mit Kommunen geschlossen. Die Pflegequalität, die im Berichtsjahr als sehr gut bewertet wurde, zu sichern und fachlich weiterzuentwickeln, war eine weitere Schwerpunktaufgabe. 48 Prozent der Investitionen oder rund 15 Mio. Euro der Stiftung Liebenau entfielen auf Vorhaben der Altenhilfe.
Neue Wohnquartiere entwickeln
An 31 Standorten in Baden-Württemberg und Sachsen unterhält die Stiftung Liebenau Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung: Wohnheime und gemeindeintegrierte Wohnhäuser, Werkstätten (WfbM), Schulen, Beratungs- und Hilfsdienste. Mit 2 100 Mitarbeitern in drei Unternehmen ist dieser Bereich der zweitgrößte in der Stiftung Liebenau. Fachlicher Schwerpunkt des vergangenen Jahres waren die Vorbereitungen für den Umbau der Stammorte Rosenharz und Hegenberg zu neuen Wohnquartieren, die für Menschen mit und ohne Behinderung offen sind.
Angebote differenzieren
Auf eine Differenzierung ihrer Angebote setzen auch die im Gesundheitsbereich tätigen Stiftungsunternehmen. Klinikbetten, sozialtherapeutische Heimplätze und Ambulanzen für Menschen mit geistiger Behinderung stehen in der Region Bodensee-Oberschwaben sowie in Stuttgart zur Verfügung. Mit der Zertifizierung nach Din ISO schließt sich die St. Lukas-Klinik den allgemeinen Zertifizierungstendenzen im Krankenhausbereich an.
Im Bildungsbereich wurden die dezentralen Standorte des Berufsbildungswerkes Adolf Aich gestärkt und das Angebotsspektrum um weitere Bildungsmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene mit zusätzlichem Förderbedarf ergänzt. In Ulm entstand ein neuer Stützpunkt, der Angebote der Bildung, Rehabilitation und Teilhabe unter einem Dach vereint. Neue Angebote macht die Stiftung Liebenau auch im Rahmen ihres Netzwerks Familie, besonders zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen.
Arbeitsplätze sichern
“Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit gebührt vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern”, so Vorstand Prälat Michael H. F. Brock. Ihre Zahl ist im Berichtsjahr weiter gestiegen: In der Stiftung Liebenau mit der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter waren im Jahr 2010 mehr als 6 000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. 74 Prozent der Belegschaft sind weiblich, die Teilzeitquote beträgt 62 Prozent. Hinzu kommen etwa 2 400 ehrenamtlich Tätige, die sich vor allem für Senioren und Menschen mit Behinderung engagieren. Auch als Ausbildungseinrichtung sieht sich die Stiftung in der Verantwortung. 9,3 Prozent der Beschäftigten sind Auszubildende, Praktikanten und junge Leute im Freiwilligen- oder Zivildienst.
Wirtschaftlich nachhaltig handeln
Der Anspruch der Nachhaltigkeit gilt auch für das wirtschaftliche Handeln der Stiftung Liebenau. “Wir achten auf ein ausgewogenes Wachstum, das im Einklang mit unseren Ressourcen steht”, so Vorstand Dr. Markus Nachbaur. Wirtschaftliches Ziel ist, einen Überschuss zu erwirtschaften, den die Stiftung wiederum zur Weiterentwicklung ihrer gemeinnützigen Tätigkeiten einsetzen kann. Dieses Ziel hat die Stiftung im Jahr 2010 erreicht.
Der Gesamtumsatz der Stiftung Liebenau mit der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios betrug im Jahr 2010 rund 270 Mio. Euro. Er verteilt sich hauptsächlich auf die Altenhilfe zu 38 Prozent, die Hilfe für Menschen mit Behinderung zu 33 Prozent und die Bereiche Bildung und Gesundheit (10 beziehungsweise 9 Prozent). Die Investitionen sind mit insgesamt 31,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent gestiegen.
Als zunehmend problematisch wirkt sich der Rückgang der öffentlichen Zuschüsse für Investitionsvorhaben aus. Im mehrjährigen Vergleich haben sie sich um rund 75 Prozent verringert (2,17 Mio. Euro 2010 gegenüber 8,7 Mio. Euro 2006).
Aus diesem Grund hat die Stiftung Liebenau sich zum Ziel gesetzt, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Seit rund fünf Jahren bietet sie mit der ZustifterRente ein zunehmend nachgefragtes Modell zur Verrentung von Immobilien an und hat im Jahr 2010 ihre Aktivitäten im Fundraising verstärkt. Auch die Dienstleistungsunternehmen der Stiftung Liebenau tragen zur wirtschaftlichen Absicherung bei. (29/07/11, Quelle: Stiftung Liebenau)



