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Ernst-Reuter-Stiftung für Berlin

Berlin bekommt eine Stiftung "Ernst-Reuter-Archiv". Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit: "Ich bin dankbar, dass wir auch auf diese Weise dem Vermächtnis des bedeutenden Regierenden Bürgermeisters von Berlin Ernst Reuter Rechnung tragen können. Ich danke ganz besonders Berlins Ehrenbürger Edzard Reuter, dass er seine Schriftstücke und Dokumente in die Stiftung einbringt." Klaus Wowereit, Edzard Reuter und der Direktor des Landesarchivs Berlin, Uwe Schaper, unterzeichneten den Stiftungsvertrag im Beisein des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, am heutigen Freitag. Anschließend unterzeichneten Wowereit und Reuter auch die Stiftungssatzung.

Foto: Auswärtiges Amt

“Der Name Reuter steht in ganz besonderer Weise für Berlin”, sagte Klaus Wowereit weiter. Edzard und Helga Reuter hätten sich schon mit ihrer “Helga und Edzard Reuter-Stiftung” für die Integration von Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser und kultureller Herkunft eingesetzt. Aufgabe der neuen Stiftung “Ernst-Reuter-Archiv”, die als nichtselbständige Stiftung beim Landesarchiv Berlin angesiedelt wird, ist die Erforschung des Lebens und Wirkens Ernst Reuters und seiner Familie sowie der Geschichte Berlins. Dies soll durch Veröffentlichungen und die Durchführung von Tagungen, Workshops und Ausstellungen geschehen.

Wowereit: “Es ist möglicherweise an der Zeit, auch den Mythos des Blockadebürgermeisters Reuter neu zu diskutieren und historisch einzuordnen. Sein legendärer Ruf an die Völker der Welt war ein Flehen um Schutz und Anerkennung für die abgeschnittene Stadt. Aber es war zugleich die Aufforderung an die Welt zu akzeptieren, dass Berlin mehr war als die in Trümmern liegende Hauptstadt des besiegten NS-Regimes. Zweifellos legte Reuter den Grundstein dafür, dass sich zumindest der Westteil der Stadt in der neuen Konstellation des Kalten Krieges zu einem Partner entwickelte, dessen Stimme auch international gehört wurde.”

Der Präsident des Abgeordnetenhauses, frühere Regierende Bürgermeister und gelernte Historiker Walter Momper: “Die Ansiedlung der neuen Reuter-Stiftung beim Landesarchiv Berlin ist eine logische Entscheidung gewesen, da sich im Landesarchiv bereits der Nachlass Ernst Reuters sowie das so genannte Reuter-Archiv befinden, eine Sammlung von Dokumenten, die einst Willy Brandt und Richard Löwenthal dazu gedient haben, die erste Reuter-Biografie zu erstellen.” Durch Beschluss des Abgeordnetenhauses werden der neuen Stiftung “Ernst-Reuter-Archiv” in den nächsten beiden Jahren jeweils 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Uwe Schaper, der Direktor des Landesarchivs Berlin: „Ich bin sehr glücklich, dass sich Edzard Reuter auch entschlossen hat, Dokumente aus seinem eigenem Leben und Wirken als Unternehmer und Freund Berlins in die Stiftung einzubringen. Wir bekommen damit einen wahren Schatz übereignet, dessen große Bedeutung für die zeithistorische Forschung sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zeigen wird.” Das “Depositum Edzard Reuter” sei eine außerordentliche Bereicherung des Bestandes des als Staatsarchiv Berlins fungierenden Landesarchivs. (26/03/10)

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