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Fairtrade im Aufwind

Der Umsatz mit Fairtrade-zertifizierten Produkten in der Schweiz stieg 2010 um 10,9% auf CHF 303,5 Mio. Das Wachstum lag damit weit über dem Branchenschnitt von Detailhandel und Gastronomie. Rund 1500 Produkte mit dem Fairtrade Max Havelaar-Label gibt es heute in der Schweiz zu kaufen. Die Produzenten in den Anbauländern erzielten dank Fairtrade Einnahmen von CHF 59,8 Mio.

Fairtrade verbindet Produzenten und Konsumentinnen, fördert faire Handelsbedingungen und unterstützt die Produzenten in den Entwicklungsländern so, damit sie ihre Armut aus eigener Kraft überwinden können. Dank engagierten Partnern im Schweizer Detailhandel und in der Gastronomie konnten Fairtrade-Produkte in der Schweiz erstmals seit drei Jahren wieder zweistellig wachsen. Abgesehen von Bananen und Blumen, die branchenbedingt einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen mussten, erstreckte sich das Umsatzwachstum über das ganze Produktsortiment. Kaffee (+21%), Baumwoll-Textilien (+25%), Kakao (+41%) und Reis (+30%) konnten markant zulegen. Im Detailhandel stösst Fairtrade in neue Produktkategorien – und segmente wie Glacé, Joghurt und Convenience-Früchte vor. Coop bleibt der grösste Fairtrade-Partner, gefolgt von der Migros und 195 weiteren Handelspartnern in der Schweiz.
10% des Umsatzes mit Fairtrade-Produkten wurden 2010 in der Gastronomie erzielt. Immer mehr Grossunternehmen bieten in ihren Personalrestaurants Fairtrade-Produkte an, darunter die Swisscom und die Post mit Vollumstellungen des Kaffees. Solche Schritte sind nur möglich, weil die Gastronomie-Zulieferer, Caterer und Kaffeeröster ihr Fairtrade-Angebot in den letzten Jahren stark erweitert haben.

Für die Fairtrade-Produzentinnen und Produzenten stand das Jahr 2010 ganz im Zeichen der hohen Rohstoffpreise. Trotz des anhaltend hohen Niveaus bleibt Fairtrade für die Produzenten relevant. Zum einen als Absicherung, wenn die Preise wieder zusammenbrechen, zum andern als Handelsmodell, das den Produzenten organisatorisch, beim Anbau und mit Vorfinanzierungen zur Seite steht. Fairtrade fördert die kleinbäuerliche Landwirtschaft und verbessert die Arbeits- und Lebenssituation der Produzenten in den Entwicklungsländern und leistet damit einen unmittelbaren Beitrag zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungs-Ziele (MDG). Produzenten, die Fairtrade-zertifizierte Rohstoffe in die Schweiz verkauften, erzielten damit 2010 Direkteinnahmen von CHF 59,8 Mio. Dieser Betrag ist dank der Fairtrade-Prämie und den Fairtrade-Mindestpreisen rund 13% höher als im konventionellen Handel. Die Fairtrade-Prämie von CHF 4,8 Mio. wurde von den Produzentinnen und Produzenten in die Produktions- und Qualitätsverbesserung im landwirtschaftlichen Anbau sowie in lokale Bildungs-, Gesundheits- und Gemeindeprojekte investiert.

Das Teppich-Label STEP konnte trotz nach wie vor schwierigem Wirtschaftsumfeld im 2010 neue Lizenznehmer gewinnen. Die 2009 eingeleitete Reorganisation hat sich bewährt und wurde von den Partnern im Handel positiv aufgenommen. Auch in den Produktionsländern befindet sich Label STEP auf Kurs: 2010 wurden erstmals Verifikationsbesuche in Kirgistan durchgeführt. Und im Herbst konnte Label STEP eine Niederlassung in Afghanistan eröffnen.
(9/5/11; Quelle: Max Havelaar)

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