Organisation & Finanzen
Nachrichten
Im Zeichen Philipp Melanchthons
Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt konnte im Jahr 2009 über 135.000 Gäste in ihren vier Museen begrüßen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang von rund 1.500 Besuchern, das heißt um 1,1 %. Eine Ursache dafür ist das Ausbleiben von Reisegruppen aus dem Ausland aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben machen sich zudem die ersten Baumaßnahmen bemerkbar.

Der Hof des Lutherhauses in Wittenberg / Foto: Stiftung Luthergedenkstätten
Das Jahr 2010 steht ganz im Zeichen Philipp Melanchthons, dessen Todestag sich am 19. April zum 450. Mal jährt. Die Stiftung ehrt Luthers Wegbegleiter mit zahlreichen Veranstaltungen. Ein Höhepunkt wird das Wochenende vom 16. bis 19. April sein. So wird am 16. April im Melanchthonhaus eine “Interimsausstellung” eröffnet, in der vorab herausragende Exponate der neuen Dauerausstellung präsentiert werden. Am 17. April veranstaltet die Stiftung gemeinsam mit weiteren Partnern eine lange Melanchthon-Nacht. Auf theatralische, musikalische und literarische Art wird in Melanchthons Wohnhaus und in seinem Garten das Leben des “anderen Reformators” beleuchtet.
Neben der Melanchthonehrung prägen verschiedene Baumaßnahmen das Jahr 2010. In Eisleben wird mit dem Umbau und der Erweiterung des Museumsquartiers “Luthers Sterbehaus” begonnen. Realisiert wird der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft “VON M + Erich H. Fritz” aus Stuttgart, die im vergangenen Jahr den Architektenwettbewerb gewonnen hat. Die Planungen sind weit vorangeschritten, so dass der Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte sein wird. Das Bauvorhaben kostet rund 5 Millionen Euro. Die Mittel dafür stammen aus dem Investitionsprogramm ‚Nationale UNESCO-Welterbestätten’ des Bundesministeriums für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung so-wie vom Land Sachsen-Anhalt.
In Wittenberg wird die Stiftung zwei Baumaßnahmen realisieren. Bereits im Frühjahr erhält der als “Luthertoilette” bekannt gewordene Anbau am Luther-haus eine dauerhafte Überdachung. Gebaut wird ein sogenanntes Folienkissendach aus Ethylentetrafluorethylen (ETFE)-Folie. Dieses Material wurde unter anderem auch bei der Allianz-Arena in München verbaut. Der Entwurf des Daches stammt vom Architekturbüro Tillner und Willinger aus Wien. Das Vorhaben kostet 530.000 € und wird maßgeblich vom Land Sachsen-Anhalt gefördert. Die feierliche Einweihung der Überdachung findet am 6. Juni, dem UNESCO-Welterbetag, statt.
In der zweiten Jahreshälfte wird dann mit der Erweiterung und dem Umbau des Melanchthonhauses begonnen. Das Haus selbst wurde zuletzt in den 1990er Jahren saniert, so dass hier vor allem Reparaturarbeiten notwendig sind. Die Erweiterung erfolgt über das Nachbargebäude, in dem zukünftig der Zugang zum Museum sein wird. Zudem soll das Museum über einen Fahrstuhl weitgehend barrierefrei und durch eine neue Dauerausstellung attraktiver gestaltet werden. Die Kosten der Gesamtmaßnahme in Höhe von 4,2 Mio. € stammen aus dem Konjunkturprogramm II sowie aus dem Investitionsprogramm ‚Nationale UNESCO-Welterbestätten’.
Die Stiftung hofft, auch mit den Baumaßnahmen an die Erfolge des Jahres 2009 anzuknüpfen: In Eisleben wurde das Umfeld des Geburtshauses mit dem Schöpfungsgarten und dem sogenannten Eislebenhof komplett neu gestaltet. Außerdem erhielt das Ensemble zwei weitere Architekturauszeichnungen. (05/01/10)



