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Merkel lobt Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer in Deutschland
Neun deutsche Stifter und Stifterinnen trafen sich heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundeskanzleramt. Unter den Gästen waren auch die Träger des Deutschen Stifterpreises des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen Carlo und Karin Giersch (2009) sowie Jens Mittelsten Scheid (2010). Alle Stifterpersönlichkeiten waren selbst Unternehmer oder stammen aus einem erfolgreichen Familienunternehmen. Bei dem Treffen interessierte die Bundeskanzlerin vor allem, warum und wofür die Teilnehmenden ihre gemeinnützigen Stiftungen gegründet haben.
„Für mich ist eine Stiftung Ausdruck für den freiwilligen Dienst am Gemeinwesen. Ich bin dankbar, diese engagierten Menschen heute kennengelernt zu haben. Wo sie und die tausenden weiteren Stifter und Stifterinnen wirken, stehen Gemeinsinn und Verantwortungsbereitschaft im Vordergrund. Dafür herzlichen Dank!“, so die Bundeskanzlerin bei dem einstündigem Treffen.
Diskutiert wurde auch, was der Staat für ein weiteres Wachstum des Stiftungssektors tun kann. Die „systematische Unterstützung der Stiftungen“ hatte die Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr in der Nationalen Engagementstrategie angekündigt. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen fordert, Stiftungen nicht als bloße Kapitalgeber für originär staatliche Aufgaben wahrzunehmen, sondern ihre Expertise als Ideengeber für eine bessere Gesellschaft anzuerkennen.
Jens Mittelsten Scheid, aus der Vorwerk-Unternehmerfamilie stammender Mäzen und Träger des Deutschen Stiftungspreises, betonte: „Mein stifterisches Engagement entspringt dem Gefühl der Verpflichtung. Diese Verpflichtung wahrzunehmen habe ich als Glück und große Chance erfahren. Wer diese Chance nutzen will, ist mit dem nachhaltigen Konstrukt Stiftung gut beraten.“
Jens Mittelsten Scheid hat unter anderem die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis ins Leben gerufen, mit der er neue Ansätze zur Unterstützung der Eigenproduktivität und der Nutzung öffentlichen Raumes fördert. Beispielhaft dafür stehen das Münchner Haus der Eigenarbeit, das Kemptener Kempodium und die vielen interkulturellen Gärten in Deutschland.
Immer mehr Stiftungen in Deutschland
Stiften ist populär. In den vergangenen zehn Jahren wurde fast die Hälfte aller heute bestehenden rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts (mehr als 18.100) errichtet.
In der Mehrzahl der deutschen Stiftungen steckt unternehmerisch verdientes Geld. Eigentum verpflichtet – nach diesem Motto handeln die meisten Stifter und setzten sich für Notleidende oder gegen ein konkretes Problem ein. Stiftungen werden zunehmend auch von Unternehmen oder Vereinen gegründet. Beispielhaft sind die rund 300 sogenannten Corporate Social Responsibilty-Stiftungen, mit denen Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung unterstreichen.
In Städten mit größeren Vermögen und einem traditionsreichem Bürgertum – Würzburg, Frankfurt am Main oder Hamburg – haben die meisten Stiftungen ihren Sitz. Aufholbedarf besteht im Osten – hier liegt die Stiftungsdichte bezogen auf Stiftungen pro 100.000 Einwohner häufig im einstelligen Bereich und damit deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 22. (15/09/11; Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen)



