topad


Organisation & Finanzen

Nachrichten

Rechnungshof rügt RAG-Stiftung

Die Rechnungshöfe von Bund, Nordrhein-Westfalen und Saarland haben offenbar den Verkauf eines Evonik-Aktienpakets durch die RAG-Stiftung an den Finanzinvestor CVC gerügt. Wie das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf einen Insider berichtet, hat die Stiftung dem Erwerber Einflussmöglichkeiten eingeräumt, die weit über dem Kapitalanteil liegen. Außerdem sei das Kuratorium erst spät eingebunden worden. Wie es weiter hieß, hält Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking den Bericht der Behörden unter Verschluss. Selbst das Kuratorium dürfe das 73-seitige Papier auf Antrag lediglich einsehen.

Mitte 2008 hatte die RAG-Stiftung 25,01 % von Evonik für 2,4 Mrd.€ an CVC veräußert. Der Kaufpreis habe den Erwartungen der Stiftung entsprochen. Sollte allerdings CVC Sonderrechte bei der Mitsprache erhalten haben, würde das den potenziellen Wert der verbleibenden Anteile schmälern, hieß es weiter. Schließlich ergäben sich aus den erhöhten Einflussmöglichkeiten für künftige Käufer Nachteile.

Ferner wird laut der Zeitung in dem Bericht auch die Vergütung der Stiftungs-Vorstände kritisiert sowie eine bessere Transparenz bei der Vergabe von Aufträgen angemahnt.

Die RAG-Stiftung ist für die Abwicklung des Ausstiegs aus dem deutschen Steinkohlebergbau zuständig. Sie hat nach eigenen Angaben den politischen Auftrag, die in diesem Zusammenhang anfallenden Ewigkeitslasten, etwa die Regulierung des Grundwasserspiegels, zu finanzieren. Sie ist zudem ist Eigentümerin des Mischkonzerns Evonik. (o6/08/10; Quelle: Handelsblatt, AP)

Zur Übersicht "Organisation & Finanzen // Nachrichten"