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Sal. Oppenheim soll Wachstumsmotor werden

Die Deutsche Bank hofft darauf, das angeschlagene Traditionshaus Sal. Oppenheim nach der Übernahme wieder zu einem Wachstumsmotor zu entwickeln. "Im ersten Jahr wird sich das Bankhaus stark um seine bestehenden Kunden kümmern", sagte der für die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden zuständige Bankmanager Pierre de Weck dem "Handelsblatt". "Danach aber sehen wir das Potenzial, bei den Neugeldern netto mit zehn Prozent jährlich zu wachsen."

De Weck bekräftigte, dass Sal. Oppenheim als eigene Marke und eigenständiges Bankhaus unter dem Dach der Deutschen Bank erhalten werde. Dabei könnten beide Institute auch im Wettbewerb zueinander stehen. Zusammen mit dem mehr als 220 Jahre alten Haus kommt die Deutsche Bank auf rund 300 Mrd. € an verwaltetem Vermögen von reicher Privatkunden. Bei Sal. Oppenheim seien in den vergangenen Monaten trotz der Unsicherheit keine Kundenabwanderungen zu erkennen, betonte de Weck. Die Bank musste wegen Fehlspekulationen mit Firmenbeteiligungen ihre Unabhängigkeit opfern. Der Kauf durch die Deutsche Bank für mehr als eine Mrd. € soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Die Deutsche Bank hat die Finanzkrise in den vergangenen Jahren auch in der Vermögensverwaltung zu spüren bekommen. De Wecks Sparte musste Mittelabflüsse und Verluste verschmerzen. Er reagierte darauf mit einem Sparplan: “Wir haben über einen Zeitraum von 18 Monaten weltweit circa 500 Stellen abgebaut, von 4200 auf 3700”, sagte der Banker. Damit seien die Einsparungen abgeschlossen. 2009 seien wieder schwarze Zahlen zu erwarten.

In Deutschland sollen Finanzkreisen zufolge 72 der rund 700 Arbeitsplätze in dem Bereich abgebaut werden. Dabei werde es aber keine betriebsbedingte Kündigungen geben. Ein Sprecher wies einen Bericht der “Financial Times Deutschland” zurück, wonach in Folge der Einsparungen künftig nur noch Vermögen von über fünf Mrd. € eine Top-Beratung erhalten. “Eine solche Segmentierung findet nicht statt”, sagte er. Die Höhe des Anlagebetrags spiele für die Qualität der Beratung keine Rolle. Es gebe komplexe Vermögen vor zwei Mio. €, die einen hohen Betreuungsaufwand erforderten. In der Sparte “Private Wealth Management” werden Kunden mit einem Vermögen in Millionenhöhe betreut. (28/12/09; Quellen: Pressestelle Deutsche Bank, Handelsblatt; dpa)

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