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Stiftung Bauhaus Dessau gründet Hirdina?Archiv
Die Stiftung Bauhaus Dessau wird sich künftig noch intensiver mit der Wirkungsgeschichte des Bauhauses in Ostdeutschland zwischen 1945 und 1989 beschäftigen. Sie beginnt noch in diesem Jahr mit der Aufarbeitung des wissenschaftlichen Nachlasses der im vergangenen September verstorbenen Berliner Literatur? und Kulturwissenschaftlerin Karin Hirdina.

Foto: Stiftung Bauhaus Dessau
Beide Wissenschaftler sind anerkannte Experten auf dem Gebiet der Bauhausrezeption in der früheren DDR und genießen internationale Reputation. Karin Hirdina war eine engagierte und anerkannte Universitätslehrerin und Wissenschaftlerin, die seit dem Beginn ihres Studiums der Philosophie, der Germanistik und später der Kulturwissenschaft im Jahr 1961 fast ein halbes Jahrhundert an der Humboldt?Universität zu Berlin lehrte. Sie gehörte zu den profiliertesten Vertreterinnen der Berliner Kulturwissenschaft, insbesondere der „Berliner Ästhetik“. I981 erschien in der DDR und in der Bundesrepublik ihr Buch „Pathos der Sachlichkeit“, das unter Architekten und Formgestaltern der DDR als fundamentale Orientierungshilfe zur zeitgenössischen materialistischen Bewertung des Bauhaus?Erbes und der Leistungen des Neuen Frankfurt galt. Schon drei Jahre vorher war sie an der interdisziplinär erarbeiteten Kollektivmonografie „Ästhetik heute“ beteiligt, in der ein Konzept von ästhetischer Kultur als übergreifendem Zusammenhang aller ästhetischen Vollzüge in Design, Architektur, Medien und Öffentlichkeit entwickelt wurde.
Heinz Hirdina gehört zu den bekanntesten Designtheoretikern und ?historikern der Bundesrepublik. Seine Arbeit als Chefredakteur der Zeitschrift „form + zweck“ hat ihn ebenso bekannt gemacht wie seine Designpublikationen und seine Kolumnen im Magazin „design report“. Darüber hinaus machte sich Hirdina auch als Hochschullehrer einen Namen. Hirdina lebt heute in Berlin.
„Der Hirdina?Nachlass gibt uns einen einmaligen Einblick in die Nachgeschichte des historischen Bauhauses insbesondere in der Zeit zwischen 1970 und 1990“, sagt Wolfgang Thöner, Leiter der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau. „Die Rezeption des Bauhauserbes in der DDR ist eine spannende Geschichte zwischen fundierter wissenschaftlicher Auseinandersetzung und politischer Indienstnahme. Sie selbst ist noch kaum systematisch erforscht – die Stiftung betritt hier weitgehend Neuland.“



